AFA-Algen gegen ADHS?

AFA-Algen gegen ADHS?

Die AFA–Alge (Aphanizomenon flos-aquae, „Wasserblüte“) gehört zur Gruppe der Blaualgen und kommt vor allem in kanadischen Seen vor. In letzter Zeit wurden ihr verstärkt heilende Wirkungen zugeschrieben und sie wurde daher als Nahrungsergänzungsmittel empfohlen. So sollen AFA–Algen–Produkte zum Beispiel vor Herpes, Windpocken und Krebserkrankungen schützen oder bei Depressionen und Schlafstörungen helfen.

Weiterhin wird verbreitet, dass entsprechende Präparate eine heilende Wirkung bei bestimmten neurologischen Störungen wie dem ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätssyndrom) bei Kindern oder bei der Demenzerkrankung Alzheimer haben.

Mittlerweile warnen aber das Kanadische Gesundheitsministerium und das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) ausdrücklich vor dem Gebrauch der AFA-Alge als Nahrungsergänzungsmittel.

Dies hat zwei Gründe: zum einen wird die Alge aufgrund von Fehlinformationen als Therapiemöglichkeit eingesetzt (obwohl sie als Arzneimittel in Deutschland nicht zugelassen ist). Wenn gleichzeitig die ärztliche Behandlung abgebrochen wird, kann sich das Leiden erheblich verschlimmern. Vor allem für Kinder können lebensbedrohliche Situationen entstehen.

Zum anderen enthalten Blaualgen Toxine, die zwei verschiedene Wirkungen haben. Ein bestimmtes Gift wirkt als Nervengift, das Zusammenspiel von Nerven- und Muskelzellen wird gestört und die Folgen sind Krämpfe oder Lähmungserscheinungen; bei Lähmung der Atemmuskulatur kann es zum Erstickungstod kommen.

Eine andere Form - das Microcystin - wirkt als Lebergift, es bringt die Leberzellen zum Schrumpfen, in den Zwischenräumen sammelt sich Blut an und es kommt zum Kreislaufschock. Microcystin wird nur sehr langsam vom Körper abgebaut und kann sich daher bei regelmäßigem Algenverzehr in der Leber ansammeln. Weitere allgemeine unerwünschte Wirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), Gelbsucht und Antriebslosigkeit.

Die Schlussfolgerung ist, dass Kinder Algen-Produkte grundsätzlich nicht verzehren sollten und Erwachsene nur eingeschränkt, denn ein Nutzen dieser Produkte ist wissenschaftlich nicht belegt und eine Einnahme stellt keine Alternative zu Medikamenten dar!

Weitere Infos zu diesem Thema finden Sie auf den Seiten des BgVV.

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