Übergewicht, Depressionen und Fernsehkonsum

Zusammenhang zwischen mütterlichem Übergewicht und depressiven Symptomen und Fernsehkonsum bei Vorschulkindern in Schichten mit niedrigem Einkommen

Hintergrund

Eine Reduzierung des Fernsehkonsums verbessert Gesundheit und Wohlbefinden von Kindern. Das Fernsehverhalten wird während der Vorschuljahre geprägt, da hier der Einfluss der Mütter besonders hoch ist. In dieser Untersuchung sollte der Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und Übergewicht bei Müttern mit geringem Einkommen und dem Fernsehkonsum ihrer Vorschulkinder ermittelt werden.

Methoden

In die Studie wurden 295 Mütter aus unterer sozialer Schicht mit ihren drei- und vierjährigen Kindern einbezogen. Mütter berichteten über den Fernsehkonsum ihrer Kinder an Wochentagen und Wochenendtagen. Mütterliche depressive Symptome wurden mit Hilfe eines bestimmten Verfahrens (Center for Epidemiologic Studies Depression Scale (CES-D)) gemessen. Der Body-Mass-Index (BMI) wurde aus eigenen Größen- und Gewichtsangaben der Mütter berechnet (Gewicht in Kilogramm dividiert durch die Größe in Metern zum Quadrat).

Ergebnisse

Die Vorschulkinder schauten im Mittel 2.2 +/- 1.2 Stunden Fernsehen. Die, die im oberen Viertel der Betrachtungszeiten liegen, schauen drei oder mehr Stunden TV pro Tag. Von den Müttern waren 12% gleichzeitig von Übergewicht (BMI > 30) und depressiven Symptomen betroffen (CES-D Zahlen > 16). 19% hatten nur Übergewicht, 18% hatten nur depressive Symptome.

Die Kinder neigten eher dazu viel Fernsehen zu schauen, wenn ihre Mütter klinisch signifikante depressive Symptome zeigten (35% vs. 23%) oder wenn ihre Mütter übergewichtig waren (3 % vs. 22%). Liegen beide Symptome gleichzeitig vor, weisen sogar 42% der Kinder einen hohen Fernsehkonsum auf. Hingegen sind es nur 20%, wenn die Mutter weder Übergewicht hatte noch unter depressiven Symptomen litt.

Zusammenfassung

Unter den Vorschulkindern, die in einer Schicht mit niedrigem Einkommen leben, sind diejenigen eher dazu geneigt, drei Stunden und mehr Fernsehen pro Tag zu schauen, wenn deren Mütter entweder Übergewicht hatten oder unter depressiven Symptomen litten. Strategien, um den TV-Konsum von kleinen Kindern zu verringern, sollten die Rolle des mütterlichen Übergewichts und der mütterlichen depressiven Symptome mit einbeziehen, da ein hoher Fernsehkonsum mit geringer körperlicher Aktivität und damit einem erhöhten Risiko zur Entwicklung von Übergewicht verbunden ist.

Quelle: Arch Pediatr Adolesc Med. 2003 Sep;157(9):894-9

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