Brustkrebsprävention durch Ernährung
Brustkrebsprävention durch Ernährung
Viele aktuelle Studien geben Hinweise darauf, dass die Brustkrebsentstehung und –entwicklung bei Frauen durch die Ernährung beeinflusst werden kann.
An der Ausbildung eines Brusttumors können unterschiedliche Faktoren beteiligt sein: Vererbung, Geschlecht (es sind fast nur Frauen betroffen), Hormone, Stress und Ernährung (sowohl fördern, als auch hemmend).
Die Sterberaten von Brustkrebs sind nicht überall auf der Erde gleich. Am niedrigsten sind sie in Afrika, Südamerika und Ostasien und am höchsten in den westlichen Industriestaaten. Man nimmt an, dass diese Verteilung vor allem auf die jeweiligen Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen ist.
Krebserkrankungen sind durch ein unkontrolliertes Zellwachstum gekennzeichnet.
Die Krebsentstehung resultiert aus einer Anhäufung von Genschäden über eine lange Zeitspanne (ein Leben lang). Auf verschiedenen Ebenen können Faktoren von außen (Ernährung, Stress, Medikamente) eingreifen und sich positiv oder negativ auswirken.
Das Wachstum der weiblichen Brustdrüse wird über das ganze Leben durch Hormone gesteuert. Dabei fördern Sexualhormone (vor allem Östrogene) die Bildung von Wachstumshormonen, die wiederum die Zellvermehrung verstärken, also eine Krebsentwicklung potentiell begünstigen. Nach der Menopause (Wechseljahren) werden kaum noch Hormone in den Eierstöcken und nur geringe Mengen im Fettgewebe produziert. Je mehr Fettgewebe vorhanden ist, desto mehr Östrogene werden aber gebildet. Bei Übergewicht wird außerdem verstärkt aus der inaktiven Östrogenform die biologisch aktive Form gebildet, wodurch das Risiko der Brustkrebsentstehung noch erhöht wird.
Eine hohe Fettaufnahme (vor allem an gesättigten Fetten) an sich hat ebenfalls eine krebsbegünstigende Wirkung. Dem kann durch eine hohe Ballaststoffzufuhr mit der Nahrung entgegengewirkt werden, da Ballaststoffe die Ausscheidung von Östrogenen fördern, indem sie die Darmbakterien und die Enzymsysteme im Darm positiv verändern.
Neben den Ballaststoffen können auch Phytoöstrogene vor Brustkrebs schützen. Phytoöstrogene sind eine Gruppe von sekundären Pflanzenstoffen, die den Östrogenen des Menschen sehr ähnlich sind und deren Bildung im menschlichen Körper hemmen. Sie sind enthalten in Sojabohnen und Sojaprodukten, in Vollkorngetreide, Leinsamen, Beeren, Obst und Gemüse. Frauen, die mit der Nahrung relativ hohe Mengen an Phytoöstrogenen aufnehmen (z.B. Japanerinnen), haben ein 5- bis 10fach niedrigeres Risiko, an Brust- oder Gebärmutterkrebs zu erkranken.
Carotinoide wie das Beta-Carotin (aus gelb-rotem und grünblättrigem Obst und Gemüse, Milchprodukten, Eidotter und Mais) erschweren schon die Auslösung des Krebses überhaupt. Sie fangen reaktive Moleküle (freie Radikale) im Körper ab, die sonst leicht die Erbsubstanz (DNA) schädigen können, wodurch möglicherweise Entartungen ausgelöst werden. Zu diesen so genannten Antioxidantien gehören auch das Vitamin C, das Vitamin E und Polyphenole (siehe unten).
Genau entgegengesetzt wirkt der Alkohol. Er fördert die Bildung von reaktiven Stoffen im Körper. Es existiert eine lineare Beziehung zwischen dem Alkoholkonsum von Bevölkerungsgruppen und der dortigen Häufigkeit von Brustkrebs.
So genannte Polyphenole, z.B. Flavonoide (enthalten in Obst, Gemüse sowie schwarzem und grünem Tee) und ätherische Öle aus Zitrusfrüchten, Kräutern und Gewürzen besitzen die Fähigkeit, die Zellteilungsrate, also die Vermehrung von Krebszellen zu hemmen, so dass ein bestehender Tumor wesentlich langsamer wächst.
Ungleichgewichte zwischen dem Zellwachstum und dem natürlichen Zelltod kennzeichnen den Mechanismus der Krebsentstehung. Bestimmte Fettsäuren in der Ernährung wirken dagegen, indem sie den natürlichen Zelltod wieder ankurbeln.
Konjugierte Linolsäuren (CLA), die vor allem in Milch- und Fleischprodukten wiederkäuender Tiere (Rinder) enthalten sind, sowie Omega-3-Fettsäuren (in Seefischen und einigen Pflanzenölen, vor allem in Leinöl) fördern in vitro (bei isolierten Zellen) sowie im Tiermodell den Untergang entarteter Zellen.
Fazit: wichtig für das Vorbeugen von Brustkrebs ist:
- Übergewicht zu vermeiden
- den Alkoholkonsum zu minimieren
- mehr Obst, Gemüse, Getreide, Getreideprodukte, Milchprodukte und Fisch zu sich zu nehmen
- sich insgesamt abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren.
Das Ziel der Krebsprävention durch Ernährung ist es, der Krebsentstehung in den frühen Stadien, also bevor sich entartetes Gewebe auszubreiten beginnt, mit natürlichen Nahrungskomponenten entgegenzuwirken. Auf diesem Wege kann eine nicht nebenwirkungsfreie Chemotherapie möglicherweise verhindert werden.
Quelle: Stangl G. I., Ernährungs-Umschau 48 (2001), 268-273 (Teil 1) und 318-323 (Teil 2)




