Fast-Food-Konsum im Jugendalter

Fast-Food-Konsum im Jugendalter

Während der gelegentliche Konsum von Fast-Food-Produkten ernährungsphysiologisch zwar in Ordnung ist, kann eine häufige, regelmäßige Aufnahme dieser Lebensmittel gesundheitliche Einbußen nach sich ziehen.

Fast Food wird in der Regel definiert als "all das Essen, das man schnell mal eben kaufen kann" wie z.B.: Pommes, Pizza, Döner-Kebap, Gyros-Pita, Bratwurst, natürlich zählen dazu auch die bekannten Fast-Food-Ketten: McDonalds, Burger King, Pizza Hut, Taco-Bell.

Ebenso schnell wie gekauft sind diese Mahlzeiten dann auch verzehrt und die Forderung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung DGE (1 von 10 Regeln), sich beim Essen viel Zeit und Ruhe zu gönnen, um dieses optimal genießen zu können, wird eher nicht eingehalten. Ein einfacher Hamburger als Zwischenmahlzeit ist akzeptabel. Dieser deckt mit einer Nährstoffrelation, die relativ günstig ist, in etwa 10% des täglichen Energiebedarfs. Der Konsum von Fast Food wird dann problematisch, wenn die Ernährung beinahe nur aus Produkten dieser Sparte besteht oder wenn Fast Food zusätzlich zu Haupt- und Zwischenmahlzeiten konsumiert wird.

Zum einen wird die empfohlene tägliche Energiezufuhr rasch überschritten, handelt es sich doch meist um hochkalorische Mahlzeiten, die zwar reich an Protein sein können, aber zu viel Fett enthalten und zum anderen ist der hohe Salz- und Zuckergehalt der Produkte für die Gesundheit nicht gerade zuträglich.

Die Qualität der verwendeten Frittierfette ist oftmals zu hinterfragen und um die Lebensmittel so richtig schmackhaft zu machen, werden noch Lebensmittelzusatzstoffe zur Färbung und Aromatisierung zugefügt. Genehmigt man sich z.B. Hamburger, Pizza und Co., so tritt rasch ein Sättigungsgefühl ein, welches sich mit dem hohen Gehalt an schnell verwertbaren Kohlenhydraten begründen lässt. Ebenso schnell meldet sich auch der Appetit wieder - mitunter eine Folge des geringen Ballaststoffgehaltes von Fast Food.

Zu berücksichtigen ist auch, dass Fast Food ein Bestandteil der Lebenskultur vieler Jugendlicher ist. Diese Art zu Essen ermöglicht es Jugendlichen, sich von Normen und Verhaltensweisen der Erwachsenen abzugrenzen. Essen ohne Besteck und Geschirr gilt als unkompliziert und zeitsparend, Tischsitten als altmodisch. Die ungezwungene Atmosphäre mancher Fast-Food-Restaurants macht sie auch zu beliebten Treffpunkten und der Essenserwerb erfolgt rasch und einfach.

Bei einer Umfrage bezüglich der Häufigkeit des Fast-Food-Konsums (befragt wurden 171 Jugendliche) konnte festgestellt werden, dass die Hälfte der Jugendlichen wöchentlich nur selten Fast Food essen, wobei aber auffiel, dass der männliche Teil vermehrt zu diesen Produkten greift. Als weiteres Fazit ergab sich durch diese Umfrage, dass regelmäßig Fast Food konsumierende Jugendliche weniger auf Fett, Vitamine, Nähstoffgehalte und Kalorien im allgemeinen achten. Sie essen mehr Süßigkeiten und weniger Obst als ihre Altersgenossen, die nur selten Fast Food konsumieren. Es konnte hiermit eine, der Gesundheit nicht förderliche Ernährungseinstellung der regelmäßig Fast-Food essenden Jugendlichen, bestätigt werden.

Quelle: J. Raithel: Ernährungs-Umschau 49 (2002) Heft 9, S. 344-348

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