Folsäure in der Schwangerschaft

Folsäure in der Schwangerschaft

Obwohl der Zusammenhang einer unzureichenden Folsäureaufnahme der Mütter und der Häufigkeit missgebildeter Kinder seit den 60er Jahren bekannt ist, sind nach einer Umfrage von1998 nur 23 % der Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren über den positiven Effekt von Folsäure in der Schwangerschaft informiert.

Neben Eisen ist Folsäure der Inhaltsstoff, dessen Zufuhrempfehlung in der Schwangerschaft deutlich erhöht ist, nämlich um 100 % - statt 300 µg täglich sollten 600 µg mit der Nahrung aufgenommen werden. Zusätzlich wird eine Supplementierung von 400 µg pro Tag empfohlen. Das Problem hierbei ist, dass die erhöhte Zufuhr schon 4 Wochen vor der Schwangerschaft beginnen und während des ersten Drittels der Schwangerschaft fortgesetzt werden sollte.

Somit müssten also alle Frauen im gebährfähigen Alter und besonders solche mit Kinderwunsch auf eine ausreichende Versorgung achten. Spezielle Risikogruppen sind sehr junge Mütter, da deren Folsäurespeicher nach dem Wachstumsschub in der Pubertät erschöpft sind, weiterhin Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften und mit rasch aufeinanderfolgenden Schwangerschaften.

Der Organismus besitzt nur begrenzte Folsäurereserven, die in der Schwangerschaft schnell erschöpft sind.

Folsäure spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung und ein Mangel kann im frühen Stadium der Schwangerschaft zu Defekten der DNA -Synthese und zu verringertem Zellwachstum beim Fetus führen. Folgen sind Abort und Missbildungen, v.a. Neuralrohrdefekte. In Deutschland werden jährlich 500–800 Kinder mit Neuralrohrdefekten geboren, dabei können entweder das Gehirn oder das Rückenmark betroffen sein.

Es gibt die beiden Grundtypen Spina bifida (offener Rücken) und Anencephalie (teilweises oder völliges Fehlen des Großhirns) und je nach Schweregrad kommt es zu unterschiedlich starken Behinderungen.

Die Ausbildung des Neuralrohrs findet ca. in der 3.Schwangerschaftswoche statt, wo die Schwangerschaft häufig noch gar nicht bekannt ist – dies erklärt die hohe Zufuhrempfehlung zur Vorbeugung schon vor der Schwangerschaft. Folsäurereiche Lebensmittel sind z.B. Weizenkeime, Sojabohnen, Tomaten und Spinat.

Es sollte vor allem auf eine ausreichende Zufuhr über die Nahrung geachtet werden, eine Supplementierung kann die natürliche Aufnahme nicht ersetzen, sondern ist nur eine Ergänzung zur Prävention des Neuralrohrdefektes.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Seite im Kapitel Ernährung in der Schwangerschaft!

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