Jodanreicherung von Lebensmitteln
Jodanreicherung von Lebensmitteln
In letzter Zeit werden zahlreiche Verbraucher und Hersteller durch Publikationen verunsichert, die behaupten, dass die Jodanreicherung von Lebensmitteln mit Jodsalz bzw. indirekt über die Jodierung von Futtermitteln gesundheitsschädlich sei. Durch diese Jodanreicherung würde das Lebensmittelangebot für Schilddrüsenkranke eingeschränkt.
Das BgVV weist darauf hin, dass durch die freiwillige Jodanreicherung von Lebensmitteln gesundheitliche Risiken bei Allergikern bzw. Schilddrüsenpatienten ausgeschlossen sind.
Vielmehr leisten die durch Jodsalz und Jodierung von Futtermitteln zugeführten Mengen an Jod einen unverzichtbaren Beitrag zu der Bekämpfung von Jodmangelkrankheiten in Deutschland. Die Jodversorgung hat sich zwar in den letzten Jahren verbessert, dennoch gilt Deutschland nach wie vor als Jodmangelgebiet. Durch die ungünstigen geochemischen Bedingungen in Deutschland ist der Jodgehalt in heimischen Agrarprodukten zu gering, um eine ausreichende Jodversorgung zu gewährleisten.
Ein Erwachsener nimmt durchschnittlich 119µg Jod pro Tag auf und liegt damit gut ein Drittel unter der empfohlenen Menge von 180-200µg Jod/Tag. Noch erheblicher sind die Defizite bei Schwangeren und Wöchnerinnen, die Ihren erhöhten Bedarf von 250µg Jod/Tag nur durch Supplementation von Jod in Tablettenform decken können.
Gefahren können nur durch eine sehr hohe Jodaufnahme z.B. nach Gabe von jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln, jodhaltigen Medikamenten, jodhaltigen Desinfektionsmitteln oder durch den Verzehr von sehr jodreichen Algenerzeugnissen entstehen.
Eine längerfristige Blockade der Jodaufnahmen in der Schilddrüse mit einer Schilddrüsenunterfunktion tritt nur nach einer sehr langen Aufnahme von unphysiologisch hohen Joddosen (> 2000µg Jod/Tag) oder einer einmaligen Zufuhr von 100.000µg/Tag auf.
Diese Dosen werden im Rahmen der Jodprophylaxe nicht erreicht, und somit auch keine Unterfunktion der Schilddrüse ausgelöst.
Auch für Patienten, die bereits an einer Schilddrüsenerkrankung, wie z.B. einer diffusen Hyperthyreose (Morbus Basedow) oder einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden, besteht weder ein gesundheitliches Risiko durch den Verzehr von jodiertem Speisesalz oder damit hergestellten Speisen, noch wird die Behandlung von Schilddrüsenkranken durch diese Prophylaxemaßnahme erschwert.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es keine Veranlassung für eine jodarme Ernährung gibt. Physiologische Jodmengen von 100-200µg pro Tag dienen der Vorbeugung und haben einen günstigen Einfluss auf die Gesundheit.
Quelle: Stellungnahme des BgVV vom 5. Dezember 2001
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den Seiten von Dr-Kluthe.de




