Jodversorgung von Neugeborenen
Jodversorgung von Neugeborenen
Hintergrund
Im Rahmen der Jodmangelprophylaxe findet in Deutschland seit 1989 jodiertes Speisesalz Verwendung. Schwangeren und Stillenden wird aufgrund des erhöhtes Bedarfs (260µg/d) eine zusätzliche Jodzufuhr empfohlen.
In einer Göttinger Studie wurde untersucht, ob sich die Jodversorgung von Neugeborenen in den letzten 10-15 Jahren verbessert hat. Dazu wurde im Jahr 1998 die renale Jodausscheidung von 52 Neugeborenen und ihren Müttern ermittelt. Die Ausscheidung dieses Spurenelements mit dem Urin lässt Rückschlüsse auf die Jodzufuhr mit der Nahrung zu. Die gewonnen Daten wurden mit ähnlichen Studien der Jahre 1982 (in Heidelberg, Rothenburg) und 1983 (in Göttingen) verglichen. Weiterhin wurde untersucht, ob es Unterschiede zwischen der Ernährung mit Muttermilch und Babynahrung gibt. Hierfür wurde der Jodgehalt im Urin und der Muttermilch mittels HPLC (High Pressure Liquid Chromatography) ermittelt.
Ergebnisse
45% aller Schwangeren verwenden keine zusätzlichen Jodpräparate. Im Jahr 1998 lag der Mittelwert (Median) der Jodausscheidung der Neugeborenen in der ersten Lebenswoche bei 4,3 µg/dl und hat sich damit im Vergleich zu früher mehr als verdoppelt (1983: 1,75 µg/dl). Dies spricht für eine verbesserte Versorgung der Neugeborenen mit Jod.
Kinder, die von Müttern ohne zusätzliche Jodzufuhr gestillt wurden, hatten die geringste Jodausscheidung. Eine höhere Ausscheidung wurde bei Kindern, deren Mütter Jodpräparate einnahmen, und bei der Verwendung von Babynahrung festgestellt.
Schlussfolgerung
Die Jodversorgung von Neugeborenen hat sich in den letzten 15 Jahren verbessert. Die Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine adäquate Jodversorgung werden aber nur teilweise erfüllt. Demnach sollten die Konzentration des Hormons TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) unter 5 µU/ml und die Jodausscheidung mit dem Urin über 10 µg/dl liegen. Das bedeutet, dass eine gewisse Unterversorgung mit den damit verbundenen Risiken einer Jodmangelerkrankung immer noch besteht.
Weitere Hinweise zum Thema Jod und Schilddrüse (Kropf, Schilddrüsenüber- und -unterfunktion) finden Sie auf den Seiten von Dr-Kluthe.de
Quelle: Dtsch Med Wochenschr 2001 März 23;126(12):321-5




