Jugend und Alkohol

Jugend und Alkohol

Vertreter aus 49 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und von Nichtregierungsorganisationen diskutieren seit Montag in Stockholm Maßnahmen zur Eindämmung des Alkoholkonsums von Jugendlichen. Ihr Ziel: Die Zahl der Jugendlichen, die Alkohol trinken, soll drastisch reduziert werden und das Einstiegsalter in diese "legale" Droge soll deutlich erhöht werden. Studien belegen, dass über 50% der elfjährigen Kinder in Europa mindestens einmal in ihrem Leben Alkohol getrunken haben und dass bei den 15jährigen regelmäßiger Alkoholkonsum bereits eine weit verbreitete Gewohnheit ist.

Die deutsche Delegation wird von der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, Gudrun Schaich-Walch, geleitet. Ihr gehört auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Caspers-Merk sowie Expertinnen und Experten des Ministeriums und Jugendliche an.

In der Abschlusserklärung betonen die Konferenzteilnehmer die Rechte der Jugendlichen auf Schutz vor den schädlichen Folgen des Alkoholkonsums auf Information und Aufklärung auf Zugang zu Therapie und Betreuung.

Gudrun Schaich-Walch: "Wir freuen uns, dass die Ziele der Europäischen Union zur Suchtprävention nun auch in der Ministerkonferenz der Weltgesundheitsorganisation diskutiert werden. In einem Europa, das politisch und ökonomisch zusammenwächst, sind wir aufgefordert, auch für die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger, und hier ganz besonders für Kinder und Jugendliche, gemeinschaftlich zu handeln. Für Deutschland bedeutet das, dass wir den Schutz der Jugendlichen vor den Gefährdungen durch Alkohol verstärken müssen."

Um dies zu erreichen, soll die Werbung für Alkohol begrenzt werden, damit Kinder und Jugendliche nicht von falschen Leitbildern verführt werden. Caspers-Merk: "Unser Ziel ist, dass die direkte wie indirekte Ansprache von Kindern und Jugendlichen unterbleibt, beispielsweise keine Alkoholwerbung vor Kinofilmen für Jugendliche. Diskotheken sollten nicht mit Gutscheinen oder Billigangeboten zum Alkoholkonsum anreizen."

Novum für die Ministerkonferenz war, dass Jugendliche selbst zu Wort kamen und ihre Erfahrungen einbringen konnten: Britta Wagner, die deutsche Jugendvertreterin: "Unsere Erfahrungen wurden angehört. Ich fühlte mich ernst genommen. Zurück in Deutschland werde ich die Informationen über das Internet weitergeben." Britta Wagner hat sich in der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unterstützten "Sporttour" für die Suchtprävention engagiert.

Die "legale" Droge Alkohol ist für Jugendliche ein viel größeres Problem als die "illegalen" Drogen. Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Zugang zu Suchtmitteln einzuschränken, etwa die erfolgreiche Kampagne "Kein Alkoholkonsum im Straßenverkehr". In das Gaststättengesetz wurde die Bestimmung aufgenommen, dass mindestens ein alkoholfreies Getränk nicht teurer sein darf als das billigste alkoholische Getränk."

Die Europäische ministerielle Konferenz der WHO "Jugend und Alkohol" fand vom 19.-21.- Februar 2001 in Stockholm in Zusammenarbeit mit der schwedischen EU-Präsidentschaft statt.

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, Pressemitteilungen 2001, Nr. 12 vom 21. Februar 2001

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