Metabolisches Syndrom

Metabolisches Syndrom

Liegt eine Kombination von Übergewicht, Diabetes, erhöhten Blutfetten und Bluthochdruck (teilweise auch Gicht) vor, spricht man vom metabolischen Syndrom. In den USA wird es auch als Insulin Resistance Syndrome (IRS) beschrieben. Durch das Syndrom wird das Risiko für Herz – Kreislauferkrankungen wesentlich erhöht.

Die Entstehung dieses Krankheitsbildes wird durch Über- und Fehlernährung, Erbanlagen, Bewegungsmangel und andere soziokulturelle Faktoren begünstigt. Bis jetzt wurden bei den Ernährungsfaktoren z.B. das Fettsäuremuster der Kost, die Höhe der Ballaststoffzufuhr und der glykämische Index von Lebensmitteln für das Zustandekommen des metabolischen Syndroms mitverantwortlich gemacht.

In einer neuen Studie wurde nun erstmals der Einfluss von Milch und Milchprodukten auf die Krankheit untersucht. Die Studie, die 1985/86 und 1995/96 an 3157 Probanden im Alter zwischen 18 und 30 Jahren in den USA durchgeführt wurde, untersucht das Auftreten des IRS in Abhängigkeit vom Konsum an Milchprodukten.

Bei den Übergewichtigen (Body Mass Index > 25 kg/m²) verringert der Konsum von Milch und Milchprodukten die Wahrscheinlichkeit, ein metabolisches Syndrom zu entwickeln. Dieser Effekt ist bei Normalgewichtigen (Body Mass Index < 25 kg/m²) nicht zu erkennen. Bei den übergewichtigen Probanden in der Kategorie mit dem höchsten Milchkonsum (> 35 mal pro Woche) war die Entwicklung von IRS in zwei oder mehr Komponenten um 72% niedriger als in der Gruppe mit dem niedrigsten Konsum (< 10 mal pro Woche). Jeder tägliche Konsum von Milch und Milchprodukten wird mir einer Verringerung der Wahrscheinlichkeit für IRS mit 21% verbunden.

Die Ergebnisse der Studie gelten für Männer und Frauen, auch zwischen Weißen und Schwarzen bestehen keine Unterschiede. Andere Ernährungsfaktoren haben keinen Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Milch und IRS.

Abschließend ist zu bemerken, dass der Konsum von Molkereiprodukten einen positiven Effekt auf IRS bei übergewichtigen Personen hat. So könnte es möglich sein, ihr Risiko für Herz – Kreislauf – Erkrankungen und Typ 2-Diabetes zu senken.

Quelle: JAMA 2002; 287:2081-2089

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