Nachweis von Rinderbestandteilen in Lebensmitteln
Nachweis von Rinderbestandteilen in Lebensmitteln
ELISA
Der Nachweis einer bestimmten Tiergattung (z.B. Schwein, Rind, Schaf) in einem Lebensmittel erfolgt mit Hilfe des sogenannten "Enzyme Linked Immuno Sorbent Assays" (ELISA). Dieses Verfahren beruht auf einer immunochemischen Reaktion zwischen Antigenen und Antikörpern. Unter Antigenen versteht man körperfremde Substanzen, die das Immunsystem veranlassen, spezifische Antikörper zu bilden.
Durchführung
Zunächst wird an die Innenwand eines Reaktionsgefäßes ein Antikörper von der Tierart fixiert, auf die das Produkt untersucht werden soll (z.B. Rind). Anschließend gibt man isolierte Antigene der entsprechenden Probe dazu, bevor ein weiterer mit dem Vitamin Biotin gekoppelter Antikörper aufgetragen wird (Sandwich-Prinzip).
Als nächste Verbindung wird ein an Avidin gebundenes Enzym (Peroxidase) dem Reagenzglas hinzugefügt. Das auch in Eiern enthaltene Avidin heftet sich an das Biotin und führt unter Zugabe von Wasserstoffperoxid und ABTS zu einem grünen Farbumschlag, sofern die untersuchte Tierart (z.B. Rind) im Produkt enthalten ist.
Nachteil dieser Methode
Durch dieses Verfahren lässt sich nicht unterscheiden, welche Rinderbestandteile zugesetzt bzw. enthalten sind. Das bedeutet, dass auch die Zugabe von Milch zu einem positivem Ergebnis führt. Eine Differenzierung ermöglicht d ie sogenannte isoelektrische Fokussierung.
Isoelektrische Fokussierung (IEF)
Mit Hilfe der isoelektrischen Fokussierung (IEF) lässt sich ermitteln, ob in einem Lebensmittel Rindfleisch oder andere Rinderbestandeile enthalten sind. Der Test beruht auf dem Nachweis des roten Muskelfarbstoffs Myoglobin. Ein positives Ergebnis bedeutet also in diesem Fall, dass in dem untersuchten Produkt Muskelfleisch enthalten ist.
Lässt sich der Zusatz von Rinderhirn nachweisen?
In Deutschland gibt es derzeit nur ein Institut, das den sogenannten "Brainostic-Test" durchführt. Dieser hat jedoch folgende Nachteile:
- keine tierartspezifische Unterscheidung (z.B. zwischen Rind und Schwein) möglich
- keine Unterscheidung zwischen Gehirn und Rückenmark möglich
- keine Unterscheidung zwischen Zentralnervensystem und peripherem Nervensystem (z.B. in Muskulatur) möglich
Aufgrund dessen könnte ein positiver Befund (z.B. beim Nachweis von Rinderhirn in Kalbsleberwurst) auch durch fettgewebsreiches Schweinefleisch ausgelöst werden, das für die Zubereitung von Kalbsleberwurst zugelassen ist.
Quelle: Schwägele F., Ernährungs-Umschau 48 (2001), B6-B7




