Nahrungszufuhr bei Morbus Crohn

Nahrungszufuhr bei Morbus Crohn

Bei Morbus Crohn - einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung - soll unzureichende Nahrungszufuhr am meisten zur Fehlernährung beitragen. Dieses wurde als Teil einer Studie an Morbus Crohn-Patienten im Zeitraum eines Jahres untersucht.

Für diese Studie wurden Patienten mit einer radiologischen oder feingeweblichen Diagnose von Morbus Crohn geworben, die für mindestens ein Jahr symptomfrei waren. Die Nahrungsaufnahme und -häufigkeit des vorhergehenden Jahres wurde mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens erfasst und bewertet. Schließlich wurde der Ernährungsstatus mit anthropologischen sowie üblichen Blutparametern ermittelt.

Insgesamt nahmen 46 Patienten an der Studie teil (M:F 19:27, Durchschnittsalter: 50 Jahre). Bei 29 Patienten war der Dünndarm, bei 10 Patienten der Dickdarm und bei 7 Patienten waren beide Darmabschnitte von der Erkrankung betroffen. 31 Patienten hatten schon frühere chirurgische Eingriffe hinter sich, meist den Dickdarm betreffend.

Die durchschnittliche Nahrungsaufnahme war normal, mit der Ausnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) und Selen. Beispiele hierfür sind in der unteren Tabelle angegeben und zwar im Vergleich mit einer Kontrollgruppe.

Nährstoff Morbus Crohn Kontrollgruppe*
Kohlenhydrate 96 97
Protein 183 151
Fett/PUFA 111/80 120/130
Selen 65 N/A
Ascorbinsäure 285 151

*Nationale Nahrungsumfrage. Daten in % der Referenznahrungsaufnahme

Mit Hilfe des BMI (im Durchschnitt lag dieser bei 23.3) und des mittleren Oberarmumfanges (im Durchschnitt: 28,5 cm) wurde ein guter Ernährungszustand der Patienten festgestellt. Eisen im Serum war bei 13 Patienten (28%), Vitamin B12 bei 6 Patienten (13%) und Albumin bei 6 Patienten (13%) reduziert. Nur 2 Patienten (4%) hatten eine Anämie.

Unzureichende Nahrungszufuhr und Fehlernährung treten bei Morbus Crohn Patienten in der symptomfreien Phase relativ selten auf, trotz der hohen Rate der Darmeingriffe.

Weitere Informationen zur finden Sie auf unserer Seite im Kapitel Morbus Crohn!

Quelle: Clinical Nutrition. August 2002. Supplement 1. Volume 21:77

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