Prä-/Probiotika bei entzündlichen Darmerkrankungen
Präbiotika und Probiotika bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
In klinischen Studien wird der Einfluss verschiedener Präbiotika und Probiotika auf unterschiedliche Darmerkrankungen, wie z.B. Morbus Crohn, untersucht.
Präbiotika sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die auf die Gesundheit des Menschen positiv einwirken. Sie fördern das Wachstum und / oder die Aktivität von im Darm lebenden Bakterien. Da es über die Wirkung von Präbiotika auf Darmerkrankungen nur sehr wenige Daten aus klinischen Studien gibt, können derzeit keine Empfehlungen zur Einnahme ausgesprochen werden.
Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die das mikrobielle Gleichgewicht im Darm positiv beeinflussen können. Schätzungen zufolge setzt sich die Darmflora aus rund 500 verschiedenen Spezies zusammen, die einen großen Einfluss auf physiologische und biochemische Prozesse haben. Derzeit sind verschiedene Mikroorganismen (E.coli sp., Laktobazillen, Bifidobakterien, Saccharomyces etc.) als Arzneimittel gegen Darmerkrankungen im Handel. Der Einsatz von Probiotika ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn die Wirkungsmechanismen und positiven Beeinflussungen valide untersucht und aufgeklärt werden können. Probiotika, die als Arzneimittel eingesetzt werden, müssen höhere Sicherheitsbestimmungen erfüllen als solche, die nur als Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt werden. Unter anderem müssen sie die Fähigkeit besitzen, im Darm zu kolonisieren und müssen resistent gegen Magensäure und Galle sein. Die wenigsten Präparate erfüllen diese Voraussetzungen. Da zwischen den einzelnen Bakterienarten und Stämmen erhebliche Unterschiede bestehen, kann nicht erwartet werden, dass ein Probiotikum sämtliche Beschwerden lindern kann. Das Ziel ist daher, das beste Probiotikum für die einzelnen Krankheitsbilder zu finden. Derzeit werden eine Vielzahl klinischer Studien durchgeführt. Bisher kann jedoch keiner der untersuchten Effekte von Probiotika allein für die positiven Wirkungen verantwortlich gemacht werden. Auch Lösungsansätze zu Fragen wie Timing, Dosis und Dauer befinden sich noch im Anfangsstadium.
Quelle: R.M.: Hoffmann und W. Kruis: Probiotika und Präbiotika – eine Renaissance? In: Der Internist 11.2002 S.1400




