Rauchen in der Stillzeit

Rauchen in der Stillzeit

Über die nachteiligen Effekte des Rauchens während der Stillzeit ist bis jetzt wenig bekannt, jedoch hat man einige Beobachtungen gemacht:

  • Bei starken Raucherinnen (ab 10-15 Zigaretten pro Tag) kommt es zum verzögerten Milcheinschuss und zu einer verminderten Milchproduktion. Man konnte auch einen deutlichen Zusammenhang mit der Zahl der gerauchten Zigaretten erkennen: der Einfluss ist umso größer, je mehr geraucht wird.
  • Die Motivation zum Stillen und die Stilldauer sinkt deutlich in der Relation zur Anzahl der gerauchten Zigaretten.
  • Nachgewiesen ist auch eine Veränderung der Muttermilch. Kanzerogene Stoffe, wie z.B. Dioxine, Benzpyrene, Nitrosamine und Schwermetalle gelangen in die Muttermilch. Die Konzentration einiger Substanzen in der Milch lässt sich durch längere Rauchpausen vor dem Stillen reduzieren. Das gilt z.B. für das Nikotin mit einer Halbwertszeit von ca. 1,5 Stunden in der Milch.
  • Die Einflüsse auf das Kind hängen im wesentlichen von der Konzentration der Substanzen in der Milch ab und der Aufnahme der Substanzen im kindlichen Darm. Bei starkem mütterlichen Rauchen wird das Saugvermögen des Kindes reduziert, Unruhe, Koliken, Erbrechen und verminderte Gewichtszunahme konnte beobachtet werden.
  • Atemwegserkrankungen im Kindesalter sind bei von Raucherinnen gestillten Kindern häufiger. Diese Effekte sind wahrscheinlich nicht nur auf die Aufnahme über die Muttermilch zu erklären, sondern auch dadurch, dass über die kindliche Lunge rasch eine passive Aufnahme erfolgt, wenn in der Nähe des Kindes geraucht wird.

Was sollte man nun einer rauchenden Stillenden raten?

Ideal ist sicherlich, während der Stillzeit nicht zu rauchen. Wenn aber geraucht wird, sollte man sich aber ständig um eine Reduktion der Zigarettenzahl bemühen. Auch sollte vermieden werden, in der Nähe des Kindes zu rauchen (passive Aufnahme). Die Belastung der Milch kann die Raucherin bei einigen Schadstoffen selbst mitbestimmen wie z.B. beim Nikotin, indem sie bewusst Rauchpausen vor dem Stillen einlegt, um die Konzentrationen zu reduzieren.

Quelle: "Aktuelle Ernährungsmedizin", Juni 2001,113

Suche

Serviceleistungen (kostenlos)