Selenoprotein P als Marker in der Krebsvorsorge?
Selenoprotein P als Marker in der Krebsvorsorge?
Selen ist ein essentielles Spurenelement, das mit der Nahrung aufgenommen wird. Hauptlieferanten sind Fleisch, Fisch, Ei, Linsen und Spargel. Da in Deutschland die Verfügbarkeit von Selen aus den Böden für Pflanzen im Durchschnitt sehr gering ist, tragen pflanzliches Protein, Getreide und Brot im Unterschied zu Nordamerika, wo die Böden selenreicher sind, nur zu einem geringen Teil zur Selenzufuhr bei.
Es schützt den Körper vor Alterungsprozessen im Herz-Kreislauf-, Nerven- und Immunsystem. Außerdem beugen Selen-Verbindungen der Krebsentstehung vor. Zahlreiche Studien zeigen, dass ein Selenmangel das Risiko für Prostata-, Darm- oder Lungenkrebs erhöht. Es konnte bewiesen werden, dass Sauerstoffradikale, die in jeder Zelle vorkommen können, durch selenhaltige Enzyme abgebaut und unschädlich gemacht werden. Sind die Körperzellen den Radikalen schutzlos ausgeliefert, können die Zellen, die Proteine und auch das Erbgut der DNA geschädigt werden. Der Krebs kann entstehen.
Wissenschaftlern ist es gelungen, das so genannte Selenoprotein P als ein zentrales Protein im Blut zu identifizieren. Dieses Protein ermöglicht die Selen-Aufnahme aus der Nahrung und den Transport des Selens über das Blut in das Gewebe. Eine gestörte Produktion dieses Proteins führte zu einer verminderten Selen-Menge im Blut und im Gewebe. Die Untersuchungen zeigten außerdem, dass sich in Abwesenheit des Selenoprotein P zwar in der Leber hohe Selen-Spiegel anreicherten, dafür aber in anderen Organen wie in den Nieren, den Hoden oder im Gehirn ein starker Selen-Mangel und nur eine verminderte Bildung selenhaltiger Enzyme auftrat. So wird bestätigt, dass ein geringer Selen-Spiegel im Blut einen Risikofaktor für die Krebsentstehung darstellt. Das Selen- Transportprotein könnte so als geeigneter Marker in der Krebsvorsorge dienen.
Quelle: Schomburg, L. et al.: Gen disruption discloses role of selenoprotein P in selenium delivery to target tissues: Biochem. J. 370 (2003) 397-402




