Verpflegung in Kindertagesstätten
Verpflegung in Kindertagesstätten
In Deutschland bieten immer mehr Tageseinrichtungen eine Ganztagsbetreuung für Kinder an. Damit verbunden ist auch die Verpflegung der Kinder, d.h. das Mittagessen wird angeboten.
Einige Firmen haben sich auf die Herstellung spezieller Tiefkühlmittagessen für Kinder in Tagesstätten spezialisiert. Dieses Angebot wird auch viel genutzt, da die Selbstzubereitung und der Einkauf für viele Tagesstätten häufig zu aufwendig und kostspielig ist.
Bei der Kinderernährung gibt wissenschaftliche Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr (DACH-Referenzwerte und Nährstoffempfehlungen für die Gemeinschaftsverpflegung). Es wird erwartet, dass die Herstellerfirmen diese umsetzen und gewährleisten. Die Praxis zeigt jedoch Probleme bei der Umsetzung. Ein Kritikpunkt seitens der Hersteller ist zum Beispiel, dass die Richtwerte für die Gemüsemengen zu hoch seien. Dadurch würden Restmengen anfallen, die entsorgt werden müssen und gleichzeitig die Kosten unnötig in die Höhe treiben.
Das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE) entwickelte das Konzept der " Optimierten Mischkost", das der Prävention von Krankheiten dient und die Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr, die Lebensmittelauswahl und spezielle Ernährungsgewohnheiten berücksichtigt. Ein wichtiges Kriterium dabei ist die Selbstzubereitung der jeweiligen Mahlzeiten. Da jedoch gerade in Kindertagesstätten die Verpflegung mit Tiefkühlkost vermehrt angeboten wird, stellte sich das FKE die Frage, ob dieses Präventionskonzept auch mit Tiefkühlkost durchführbar sei.
Grundlage für die Untersuchung war ein 4-Wochen-Speiseplan (4 x 5 Tage) für Mittagsmahlzeiten einer Tiefkühlkostfirma. Dazu wurden Tagespläne nach den Grundregeln der "Optimierten Mischkost" für 4- bis 6-jährige Kinder erstellt (4 x 7 Tagespläne).
Es zeigte sich, dass eine Ernährung nach den Grundregeln einer "Optimierten Mischkost" auch mit der Einbindung von Tiefkühlkost möglich ist. Die Energie- und Nährstoffzufuhrempfehlungen nach den DACH-Referenzwerten für die 4- bis 6-jährigen konnten eingehalten werden, außer bei Jod und Folsäure.
Ein Punkt wurde jedoch im Zuge der Untersuchung deutlich: für die optimale Nährstoffversorgung ist die Gesamtgestaltung des Speiseplanes wichtig. Das bedeutet, dass Eltern und Mitarbeiter der Kindertagesstätten Verantwortung für eine ausgewogene Ernährungsweise der Kinder tragen. Jede Mahlzeit liefert einen Beitrag zur Gesamtzufuhr. Daher ist es empfehlenswert, auf die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätte und Eltern zu setzen. Dies gelingt z.B., wenn Lebensmittelempfehlungen für die restlichen Mahlzeiten des Tages von den Kindertagesstätten mit nach Hause gegeben werden.
Quelle: Clausen K., Kersting M., Ernährungs-Umschau 48 (2001), 284-290
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