Vitamin A und Osteoporose
Vitamin A und Osteoporose
In einer Studie an über 70 000 Frauen nach den Wechseljahren konnte gezeigt werden, dass bei einer Vitamin-A-Zufuhr von > 3 mg das Hüftfrakturrisiko um 48% erhöht ist. Für Erwachsene wird normalerweise lediglich eine tägliche Aufnahme von 1,0 – 1,4 mg empfohlen, was durch eine normale Mischkost erreicht wird.
Unter „Vitamin A“ fasst man eine Gruppe von fettlöslichen Substanzen zusammen, deren bekanntester Vertreter Retinol ist. Retinol ist die eigentlich wirksame Form und kommt nur in tierischen Lebensmitteln, v.a. in Leber vor, da die Leber das Hauptspeicherorgan für dieses Vitamin ist. Beta-Carotin aus pflanzlichen Lebensmitteln (v.a. Karotten und Spinat) wird in der Darmwand bedarfsgerecht in Retinol umgewandelt. Vitamin A ist vor allem wichtig für den Sehvorgang und für eine verbesserte Infektabwehr.
Vitamin A erfüllt also wichtige Aufgaben im Körper. Da die empfohlenen Zufuhrmengen jedoch meist durch eine normale Kost erreicht werden, ist von einer zusätzlichen Zufuhr durch Vitaminpräparate eher abzuraten. Eine zu hohe Vitamin-A-Zufuhr hat zur Folge, dass der Knochenabbau gefördert und vermehrt Calcium aus dem Knochen ausgeschwemmt wird. Dies betrifft vor allem Frauen nach der Menopause, da dann der Osteoporose-Schutz durch die selbst im Körper hergestellten Östrogene wegfällt.
Die Ergebnisse der Studie zeigen also, dass eine Aufnahme von Vitaminpräparaten wahrscheinlich nicht sinnvoll ist. Natürliche Lebensmittel sollten bevorzugt werden, dadurch wird eine Überdosierung automatisch vermieden.
Eine Vitamin-A-Substitution sollte daher nur in Ausnahmefällen und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden.
Quelle: JAMA 2002 Jan 2;287(1):47-54
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