Wurmeier gegen Morbus Crohn

Helfen Wurmeier gegen Morbus Crohn?

Seit längerem vermuten Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden von Darmparasiten in den Industrieländern und der parallelen Zunahme der Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, Multipler Sklerose, Allergien und auch Morbus Crohn.

Das Immunsystem reagiert bei diesen Krankheiten völlig überzogen auf eigentlich harmlose Substanzen (Blütenpollen oder Darmbakterien), so dass schwere Entzündungen verursacht werden. Es wird vermutet, dass sich das Immunsystem im Lauf vieler Jahrhunderte an die Darmwürmer gewöhnt hat und jetzt durch ihr Fehlen immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät.

Vor diesem Hintergrund erfolgte die Studie, in der 29 Probanden mit Morbus Crohn in einem Abstand von drei Wochen jeweils eine Dosis der Wurmeier bekamen. Die Parasiten stellen keine Gefahr für den menschlichen Organismus dar, da sie sich im menschlichen Darm weder vollständig entwickeln noch vermehren können. Während der Studiendauer von insgeamt 24 Wochen mussten die Probanden über ihre Symptome genau Buch führen.

Warum sich der Zustand der Patienten verbessert, könnte nach Ansicht der Forscher darin begründet sein, dass das Immunsystem durch die Anwesenheit der Würmer verschiedene Regulationsmechanismen verstärkt. Auf diese Weise könnte die unkontrollierte Reaktion im Darm wieder auf ein Normalmaß gedämpft werden. Eine Kombination aus Wurmeiern und entzündungshemmenden Medikamenten scheint am wirksamsten zu sein. Um einen Placeboeffekt auszuschließen, müssten diese Ergebnisse jedoch in einer größeren Studie überprüft werden.

Quelle: Summers R et al, Gut 2004; 54: 87

Suche

Serviceleistungen (kostenlos)