Zinkmangel im Alter
Zinkmangel im Alter
Zink ist ein essentielles Spurenelement. Seine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielt Zink als Katalysator vieler Enzymreaktionen. Zinkabhängig sind auch alle Eiweiß-Synthese-Prozesse, wie z.B. Wundheilung und Körperwachstum. Bei Zinkmangel leidet demnach die gesamte Proteinsynthese in ihrer Aktivität.
Die häufigste "Doppelerkrankung" bei alten Menschen ist Zinkmangel kombiniert mit Fehlernährung.
Fehlernährung bedeutet, dass Nahrung nicht vollständig resorbiert werden kann, oder generell zu geringe orale Nahrungsaufnahme stattfindet. Das kann Ursachen wie Krankheiten und Zustände wie Depressionen, Magen-Darm-Läsionen, Alkoholismus und Medikamente haben. In diesem Fall ist der Stoffwechsel auf katabol (=abbauend) geschaltet. Mögliche Folgen können hier Appetitlosigkeit, Abneigung gegen Fleischverzehr oder Abbau von Muskelprotein sein. Die daraus resultierende Minderversorgung des Körpers mit essentiellen Nährstoffen wirkt sich begünstigend aus, einen Zinkmangel zu bekommen.
Zinkmangel lässt sich zu Beginn nur sehr schwer diagnostizieren, da die Symptome unspezifisch und mild verlaufen. Dann folgen Symptome, die einen Zinkmangel vermuten lassen:
- Appetitverlust
- Gewichtsabnahme
- schuppige, trockene Hautekzeme
- dünne, spröde Haare
- gestörter Geschmacks- und Geruchssinn
- Infektionshäufigkeit steigt
- Blutarmut (Anämie)
- Depression
- Stimmungslabilität
- Apathie
Eine eindeutige Bestimmung des Ausmaßes an Zinkmangel und Fehlernährung lässt sich nur durch die Bestimmung der Plasma-Zink-Konzentration und einer Reihe weiterer biochemischer Ernährungsparameter bestimmen. Aufgrund dieser Ergebnisse kann dann eine angepasste Ernährungstherapie und gegebenenfalls eine Zinksupplementierung erfolgen.
Bei rechtzeitig einsetzender Therapie heilen die Hautveränderungen ab. Die übrigen Symptome benötigen dazu Wochen und Monate. Die Rückkehr des Appetits und die Normalisierung der Nahrungsaufnahme kündigen die Umstellung des Stoffwechsels von katabol auf anabol (=aufbauend) an.
Quelle: Ernährungs-Umschau 07/02




