Suchtverlangen durch alkoholische Duftreize
Suchtverlangen durch alkoholische Duftreize
Hintergrund
Wissenschaftler von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie der Düsseldorfer Universität haben in Zusammenarbeit mit Forschern der Bonner Psychiatrischen Universitätsklinik die Reaktion von alkoholkranken Patienten auf alkoholische Duftreize untersucht.
Methodik
Eine Testgruppe aus 10 alkoholkranken Patienten unterzog sich einer Untersuchung mit Hilfe des Verfahrens der funktionellen Kernspintomographie. Gleichzeitig erfolgte eine Stimulation der Geruchsnerven der Nase durch alkoholische und neutrale Duftproben. Nach dreiwöchiger verhaltenstherapeutischer und medikamentöser Therapie wurde das Experiment wiederholt.
Ergebnisse
Aus der ersten Untersuchung ergab sich, dass, neben direktem Alkoholkonsum, auch bereits alkoholische Geruchsreize ein erhöhtes Ausmaß an Suchtverlangen bei alkoholerkrankten Personen (das sog. "craving") auslösen können. Diese Personen wiesen eine andere Hirnaktivierung und damit -tätigkeit als gesunde Probanden auf. Bei genauerer Betrachtung stellte sich heraus, dass die für die Emotionen zuständigen Hirnareale, die Mandelkerne, aktiviert wurden. Nach der dreiwöchiger Therapie waren diese Auffälligkeiten bei erneuter Untersuchung jedoch nicht mehr nachweisbar. Zugleich berichteten Patienten von einer Abnahme des Suchtverlangens.
Schlussfolgerung
Mit Hilfe dieser Untersuchungsnachweise ist somit eine bessere Beobachtung des Therapieablaufs möglich. Zugleich besteht die Möglichkeit, aus den Forschungsergebnissen neue Ansätze hinsichtlich der Therapie zu ziehen, da auf diese Weise nun nachvollziehbar ist, welche Therapieform sich bei alkoholkranken Patienten am besten auf das Suchtverlangen auswirkt.
Quelle: Schneider F. et al.: Am J of Psychiatry 2001Jul; 158(7): 1075-83





