Gefahr durch versteckte Allergene

Gefahr durch versteckte Allergene

Allergien sind in Deutschland weit verbreitet und neben Heuschnupfen und Hausstauballergie sind auch Nahrungsmittelallergien recht häufig. So sind zum Beispiel 8 % der Kinder davon betroffen. Auslöser einer Reaktion sind vor allem Hühnerei, Kuhmilch, Weizen und Soja, bei Erwachsenen spielen Obst und Nüsse eine entscheidende Rolle, gefolgt von Gewürzen und Meeresfrüchten.

Weiterhin gibt es sogenannte Kreuzallergien: Birkenpollen reagieren kreuzweise mit Nusssorten, Äpfeln, Birnen, Kirschen, Walnüssen, Mandeln, Pflaumen, Kiwi, Kartoffelschale, Tomaten und Karotten. Das heißt, eine Allergie gegen Birkenpollen kann auch allergische Reaktionen gegen die genannten Obst- und Gemüsesorten hervorrufen. Gräser reagieren überkreuzt mit Bohnen, Linsen und grünen Erbsen. Beifußpollen reagieren überkreuzt mit Sellerie, Gewürzen und Karotten.

In den letzten 20 Jahren ist der Anteil von Pollenallergikern, die eine Nahrungsmittelallergie ausbilden, von 17 auf 60 % angestiegen. Bei einer allergischen Reaktion erkennt das Abwehrsystem bestimmte Nahrungsbestandteile als fremd und gefährlich und setzt einen Abwehrprozess in Gang, der normalerweise nur bei Eindringen von Krankheitserregern abläuft. Symptome sind Juckreiz, Rötung der Haut, Übelkeit, Atemnot, Bauchkrämpfe, Erbrechen, Blutdruckabfall bis hin zu Bewusstlosigkeit und Kreislaufstillstand (anaphylaktischer Schock).

Um solch eine Reaktion zu verhindern, ist der wichtigste Schritt, die entsprechenden Allergene zu meiden. Gerade bei einer Allergie auf Lebensmittel ist dies jedoch gar nicht so einfach. Zum Beispiel sind die Hersteller bisher noch nicht verpflichtet, auf der Verpackung „die Zutaten der Zutaten“ zu kennzeichnen, wenn diese nur einen geringen Gewichtsanteil ausmachen, so kann in Schokolade Eiweiß, Sojamehl oder Zitronat enthalten sein, ohne dass dies für den Verbraucher erkennbar sein muss.

Weiterhin können Milchproteine in Margarine, Fertigsuppen oder Brot zu finden sein und Sellerie in Würzmischungen. Auch bei der Herstellung bestimmter Produkte besteht die Gefahr einer Verunreinigung. Spuren von Nüssen können in nussfreie Schokolade gelangen, wenn vorher mit denselben Maschinen Nussschokolade produziert wurde. Gerade bei Erdnuss reichen sehr geringe Mengen aus, um eine allergische Reaktion zu provozieren.

In den USA sterben jährlich 140 Nahrungsmittelallergiker durch nicht erkannte Allergene in Lebensmitteln. In Europa sind solche Zahlen nicht bekannt, aber es ist sicher, dass die Gefahr allergischer Reaktionen aufgrund unzureichender Verbraucherinformationen besteht. Daher es ist unbedingt notwendig, dass die Richtlinien auf der EU-Ebene für Höchstmengen an Allergenen und Aufführen der Zutaten auf Verpackungen verschärft werden müssen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer Seite im Kapitel Nahrungsmittelallergien!

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