Aus artgerechter Tierhaltung: Tierschutzlabel soll Einkauf erleichtern

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Freitag, 8. Februar 2013

Eine aktuelle Umfrage bestĂ€tigt, dass Verbraucher in Deutschland Wert legen auf tierische Produkte aus einer artgerechten Tierhaltung. Viele sind bereit, dafĂŒr mehr Geld auszugeben. Beim Einkauf war es allerdings bislang schwer, tiergerecht erzeugte Lebensmittel zu erkennen, zumal das entsprechende Angebot eher noch gering ist. Abhilfe verspricht das neue Tierschutzlabel.

Tierschutzlabel
© Deutscher Tierschutzbund e.V.

Obwohl Tierschutz in Deutschland gesetzlich verankert ist, ist die Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere hĂ€ufig alles andere als artgerecht. Nachdem der Deutsche Tierschutzbund sich seit lĂ€ngerer Zeit weitgehend erfolglos fĂŒr die EinfĂŒhrung einer europaweiten Tierschutzkennzeichnung einsetzte, wurde nun beschlossen, ein solches Projekt auf nationaler Ebene zu starten. Das Tierschutzlabel soll Verbraucher auf Produkte von Tieren hinweisen, die artspezifisch gehalten wurden. ZunĂ€chst wird das Siegel fĂŒr Produkte von MasthĂŒhnern und Mastschweinen vergeben, langfristig sollen aber Kriterien fĂŒr alle landwirtschaftlich genutzten Tiere erarbeitet werden.

Das Tierschutzlabel „FĂŒr mehr Tierschutz“ wird als zweistufiges System eingefĂŒhrt. So sollen ein breiter Marktzugang und damit Verbesserungen in der Haltung möglichst vieler Tiere erreicht werden. Die Einstiegsstufe fordert verbindlich ein adĂ€quates Platzangebot, Strukturen und BeschĂ€ftigungsmöglichkeiten fĂŒr die Tiere. FĂŒr eine Auszeichnung mit der Premiumstufe mĂŒssen ein noch grĂ¶ĂŸeres Platzangebot sowie Außenklimabereiche oder Auslaufmöglichkeiten gewĂ€hrleistet sein.

Laut Deutschem Tierschutzbund erfolgen Zertifizierung und Kontrolle durch von ihm geprĂŒfte, unabhĂ€ngige Organisationen vor Ort. Der Deutsche Tierschutzbund wird darĂŒber hinaus Zugang zu allen Zertifizierungs- und Kontrollergebnissen haben und selbst unangemeldete Kontrollen durchfĂŒhren.

Das neue Label sei keine Werbung fĂŒr einen vermehrten Fleischkonsum. Vielmehr solle es Menschen dazu animieren, bei ihren Einkaufsentscheidungen Tierschutzkriterien mit zu berĂŒcksichtigen, sagt der Deutsche Tierschutzbund. Mit wachsendem Bewusstsein fĂŒr Tierschutz werden die KĂ€ufer ihren Fleischkonsum unweigerlich reduzieren bzw. sich bevorzugt fĂŒr Premiumprodukte entscheiden, so die Hoffnung des Verbands.

Weitere Informationen zum Tierschutzlabel sowie eine Liste mit Details ĂŒber Anforderungen fĂŒr die Zertifizierung von Mastschweinen und MasthĂŒhnern in der Einstiegs- und Premiumstufe finden Sie hier.

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verfasst von am 8. Februar 2013 um 06:57

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2 Kommentare zu “Aus artgerechter Tierhaltung: Tierschutzlabel soll Einkauf erleichtern”

  1. Der beste Weg, hier mittelfrist Ergebnisse zu bekommen, wĂ€re, Steuern auf Produkte zu legen, die nicht in artgerechter Haltung produziert sind. Mit den Geldern, könnte man dann sogar Premium-Haltung fördern. Anders als ĂŒber das Geld lernen es die Menschen einfach nicht.

  2. Ralf sagt:

    Ich halte dieses neue Label letztlich nur fĂŒr eine Werbeaktion in eigener Sache. Diverse Label schießen wie Pilze aus dem Boden, hier versucht man offenbar noch einen Fuß in die TĂŒr zu bekommen. Das Problem dabei, je mehr verschiede Label es auf dem Markt gibt, um so mehr werden die Verbraucher verunsichert. Denn am Ende verliert der Verbraucher den Überblick, weiß gar nicht mehr welches Label noch wofĂŒr steht.

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