Du siehst, was du isst? РErnährung und Haut III: Psoriasis

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Freitag, 26. August 2011

Psoriasis

Psoriasis ‚Äď auch als Schuppenflechte bekannt – ist eine vererbbare Hauterkrankung, die in der Regel in Sch√ľben verl√§uft. Neben Stress und Entz√ľndungen kommen als Ausl√∂ser eines Schubs auch Reizungen der Haut oder Arzneimittel in Frage. Infolge der beschleunigten Neubildung von Hautzellen treten scharf begrenzte Hautr√∂tungen mit wei√ülichen Schuppen und Juckreiz auf. Neben entspannungsf√∂rdernden Ma√ünahmen kann wahrscheinlich auch die Ern√§hrung einen Beitrag zur Vermeidung eines Schubs leisten.

Energie-Aufnahme

Je höher das Körpergewicht ist, desto ausgeprägter sind meist die Beschwerden. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass insbesondere Übergewichtige starke Psoriasis-Symptome entwickeln. Essen die Betroffenen weniger, erleichtert dies die Beschwerden meist. Deshalb kann eine niedrig-kalorische Ernährung vorteilhaft sein.

Starkes √úbergewicht verst√§rkt nicht nur die Schuppenflechte, es hat mit dieser auch eine entscheidende Gemeinsamkeit. Bei beiden Zust√§nden kommen bestimmte Zytokine (entz√ľndliche Botenstoffe) im Blut und im Gewebe vermehrt vor. Diese Botenstoffe bewirken Entz√ľndungen im gesamten K√∂rper, ein Ph√§nomen, das auch beim sogenannten ‚ÄěMetabolischen Syndrom‚Äú beobachtet wird. Typisch f√ľr das Metabolische Syndrom sind krankhaftes √úbergewicht (Adipositas), Bluthochdruck, eine Fettstoffwechselst√∂rung und eine Insulin-Resistenz bzw. eine Diabeteserkrankung. Bereits junge Menschen, die schwer an Psoriasis erkrankt sind, scheinen eine gro√üe Anf√§lligkeit f√ľr das Metabolische Syndrom und dadurch bedingt ein hohes Herzinfarkt-Risiko zu haben.

Alkohol

Alkohol regt die Freisetzung des entz√ľndlichen Botenstoffs Histamin an und kann daher Hautausschl√§ge verst√§rken. Deshalb sollte der Genuss von Alkohol bei einer Psoriasis eingeschr√§nkt werden.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Einige, wenn auch nicht-kontrollierte Studien konnten die vorteilhafte Wirkung von Fisch und Fisch√∂l-Supplementen auf die Schuppenflechte und die mit dieser Hauterkrankung oft einhergehenden entz√ľndlichen Gelenkerkrankungen nachweisen. Verantwortlich sind wahrscheinlich Bestandteile des Fisch√∂ls, die ŌČ3-Fetts√§uren Eicosapentaens√§ure und Docosahexaens√§ure, die entz√ľndungshemmend wirken k√∂nnen.

Gluten

Manche Psoriasis-Betroffene haben vermehrt Antik√∂rper gegen Gliadine (Weizengluten) im Blut, was f√ľr eine gleichzeitig bestehende Z√∂liakie-Erkrankung sprechen k√∂nnte. F√ľr den Fall, dass Antik√∂rper vorliegen, ergab eine Studie, dass eine Gluten-freie Ern√§hrung auch die Beschwerden durch die Schuppenflechte verbessern kann.

Oxidativer Stress und Antioxidantien

Sogenannte ‚Äěfreie Radikale‚Äú k√∂nnen Entz√ľndungen und damit einen Psoriasis-Schub f√∂rdern. Durch den Verzehr von frischen Fr√ľchten und Gem√ľse wie Karotten und Tomaten werden Antioxidantien aufgenommen, die freie Radikale ungef√§hrlich machen und dadurch das Risiko f√ľr Entz√ľndungen senken k√∂nnen.

Gewisse Faktoren in der Ernährung können dazu beitragen, Psoriasis-Beschwerden zu verringern. Die Erkrankung muss jedoch vorrangig medikamentös therapiert werden.

Quellen einblenden

  • Bader K et al.: Psychrembl Klinisches W√∂rterbuch. de Gruyter, Berlin, New York 2002, 259. Auflage
  • Bisalski HK, F√ľrst P, Kasper H, Kluthe R, P√∂lert W, Puchstein C, St√§helin HB: Ern√§hrungsmedizin. Thieme, Stuttgart, New York, 1999, 2. Auflage
  • Kaimal S, Thappa DM: Diet in dermatology: Revisited. Indian J Dermatol Venereol Leprol, 2010;76:103-115

verfasst von am 26. August 2011 um 11:22

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