EHEC-Ansteckung – Ursachen, Beschwerden und Vorbeugung

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Donnerstag, 26. Mai 2011

In Deutschland werden jÀhrlich ca. 1000 FÀlle von EHEC-Erkrankungen gemeldet. Zurzeit besteht bei mehreren Hundert Menschen der Verdacht auf eine Infektion mit dem Erreger. Vor allem Norddeutschland ist von der derzeitigen ErkrankungshÀufung betroffen. Nach bisherigem Kenntnis-Stand sind drei Personen infolge des jetzigen Ausbruchs gestorben, und knapp 140 Betroffene leiden unter den ernsteren Folgen einer EHEC-Ansteckung, wesentlich mehr als in den Vorjahren.

Was den Ausbruch auslöste, ist bisher noch unklar. Bei den Betroffenen handelt es sich ĂŒberwiegend um Erwachsene, meist Frauen. In dieser Altersgruppe sind Lebensmittel als Auslöser fĂŒr EHEC-Erkrankungen am wahrscheinlichsten. Angeblich verzehrten die Erkrankten jedoch kaum rohe Milch- bzw. Fleischprodukte. Laut BfR sind in Deutschland bisher noch keine EHEC-FĂ€lle bekannt, die durch pflanzliche Lebensmittel ausgelöst wurden. Einen Zusammenhang mit dem Verzehr pflanzlicher Lebensmittel hĂ€lt das Robert-Koch-Institut nach anfĂ€nglichem Zweifel nun allerdings doch fĂŒr möglich. Es weist darauf hin, dass beim Verzehr roher Tomaten, Blattsalate und Gurken aus Norddeutschland Vorsicht geboten sei.

EHEC sind enterohĂ€morrhagische Escherichia Coli-Bakterien, ein krankmachender E. coli-Stamm, der spezielle Giftstoffe bilden und dadurch im menschlichen Darm Blutungen auslösen kann. EHEC leben – ohne Beschwerden hervorzurufen – im Darm von WiederkĂ€uern und werden in der Regel durch Tierkot ĂŒbertragen. Zur Ansteckung kann es durch einen direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder nachfolgend durch infizierte Menschen kommen. Auch der Verzehr von verunreinigtem Fleisch bzw. GemĂŒse (bei GĂŒlle-DĂŒngung) wĂ€ren denkbare Auslöser. Zudem kann der Erreger durch das Verschlucken von kontaminiertem (Bade-)Wasser ĂŒbertragen werden.

Bereits geringe Keim-Mengen können die Krankheit auslösen. Die Erkrankung kann jedoch auch unentdeckt verlaufen. Wenn Beschwerden auftreten, Ă€ußern sich diese meist wenige Tagen nach der Ansteckung. Magen-Darm-Symptome wie Übelkeit und Bauchschmerzen werden evtl. von Fieber begleitet sowie von DurchfĂ€llen, die manchmal auch blutig verlaufen. Blutige DurchfĂ€lle sollten daher umgehend mit dem Arzt abgeklĂ€rt werden. Denn EHEC-Erkrankungen können einen Ă€ußerst bedenklichen Fortgang durch die Entwicklung eines „HUS“ nehmen. HUS steht fĂŒr hĂ€molytisch-urĂ€misches Syndrom und beinhaltet Folgen wie HĂ€molyse (Zerfall der roten Blutkörperchen) und Nierenversagen, die tödlich enden können. Vor allem Kinder, Ă€ltere Menschen und allgemein Immunschwache können einem schweren Verlauf eines HUS erliegen. Betroffenen wird geraten, als Ausscheider von EHEC-Bakterien verstĂ€rkt auf Hygiene achten. Neben regelmĂ€ĂŸigem HĂ€ndewaschen und -desinfizieren ist es auch sinnvoll, in dieser Zeit keine Mahlzeiten fĂŒr Andere zuzubereiten.

Gerade sommerliche Temperaturen fördern eine Vermehrung von EHEC-Bakterien, die bei ca. 37 °C am besten gedeihen. Durch eine Hitzebehandlung kann der Erreger abgetötet werden. Deshalb schĂŒtzt es vor möglichen Infektionen, wenn Apfelsaft und Milch pasteurisiert getrunken und GemĂŒse und Fleisch ausreichend gegart werden (mindestens zwei Minuten bei ĂŒber 70 °C). Auch eine gute KĂŒchenhygiene kann vorbeugend wirken und stĂŒtzt sich u. a. auf – ein vorheriges HĂ€ndewaschen, ein grĂŒndliches Waschen von Obst und GemĂŒse, eine getrennte Lagerung und Vorbereitung von rohem Fleisch, ein sorgsames Reinigen von ArbeitsflĂ€chen und ein regelmĂ€ĂŸiges Auswechseln und Waschen (min. 60 °C) der Lappen, die dazu verwendet werden.

Quellen einblenden

Zum Thema

BfR (29.11.2011): EHEC-Ausbruch 2011: Empfehlungen zum Umgang mit Sprossen

verfasst von am 26. Mai 2011 um 09:05

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Ein Kommentar zu “EHEC-Ansteckung – Ursachen, Beschwerden und Vorbeugung”

  1. realkontrol sagt:

    Die Suche nach der Herkunft des EHEC scheint bedrohliche Ausmasse anzunehmen und ein europaweites Problem zu werden. Vielleicht könnten auf biologische Kampfstoffe spezialisierte Fachleute des MilitĂ€rs in Europa bei der Suche helfen. Zumindest wĂ€re hier genĂŒgend Personal vorhanden, dass Kliniken und Labors fĂŒr externe Ermittlungen nicht haben.

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