Erdbeeren nur selten zu hoch belastet

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Mittwoch, 22. Juni 2016

Die amtlichen Lebensmittelüberwachung musste in den vergangenen Jahren nur sehr wenige Erdbeerproben aufgrund von zu hohen Pflanzenschutzmittel-Rückständen oder mikrobiellen Belastungen beanstanden. Verbraucher sollten dennoch möglichst regional und saisonal einkaufen und frische Erdbeeren vor dem Verzehr gründlich waschen.

Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zählen Erdbeeren hierzulande zu den beliebtesten Obstsorten. Grund genug, diese häufig auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und mikrobielle Belastungen zu untersuchen.

Jahr für Jahr werden rund 900 Erdbeerproben auf Pflanzenschutzmittel-Rückstände untersucht. Erfreulicherweise wurden in den letzten Jahren nur in Ausnahmefällen zu hohe Rückstände gefunden, teilt das BVL mit. Nur drei von ca. 900 Proben wurden von der amtlichen Lebensmittelüberwachung beanstandet. Dies entspricht einem Anteil von 0,3 Prozent aller untersuchten Proben. Wurde nach der Herkunft der Erdbeeren differenziert, so waren deutsche Erdbeeren mit 0,1 Prozent seltener zu hoch belastet als Erdbeeren aus anderen EU-Staaten. Deutlich schlechter schnitten die im Winter angebotenen Erdbeeren aus Nicht-EU-Staaten (beispielsweise Marokko oder Ägypten) ab. Bei diesen waren immerhin 2,4 Prozent zu stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet.

In den vergangenen fünf Jahren konnten in jeder siebten Erdbeerprobe (14 Prozent) keine Pflanzenschutzmittel-Rückstände nachgewiesen werden. Bei Erdbeeren aus biologischer Erzeugung war die Quote erwartungsgemäß deutlich besser: Bei 87 Prozent der Proben, also sieben von acht Proben, waren keine Rückstände nachweisbar. Wurden tatsächlich Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Bioerdbeeren nachgewiesen, so lag die gefundene Konzentration in jedem Fall unterhalb der Grenzwerte.

Spätestens seit den beiden großen lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen 2011 und 2012 ist bekannt, dass auch pflanzliche Lebensmittel Infektionen bei Menschen auslösen können. Die Infektionen wurden damals auf mikrobiell belastete Sprossen beziehungsweise tiefgekühlte Erdbeeren zurückgeführt. Im Rahmen des sogenannten „Zoonosen1 -Monitorings 2013“ wurden insgesamt 825 Erdbeerproben auf die Krankheitserreger Salmonellen, Campylobacter, Listerien und E. coli untersucht. Ein Teil der Erdbeerproben stammte direkt vom Erzeuger, andere Proben wurden aus dem Einzelhandel gezogen. In keiner Probe wurden Salmonellen oder verotoxinbildende E. coli nachgewiesen. Auch kommensale E. coli, die dem Wirt nicht schaden, aber als Indikator für fäkale Verunreinigungen gelten, wurden in keiner Probe gefunden. Während in einer Erzeugerprobe Campylobacter nachgewiesen wurde, waren alle frischen Erdbeerproben aus dem Einzelhandel unauffällig. Unabhängig vom Vertriebsweg war etwa jede hundertste Erdbeerprobe (1 Prozent) mit Listerien belastet. Anzeichen einer Listeriose sind Symptome im Magen-Darm-Bereich wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Unter Verweis auf die Ergebnisse des Zoonosen-Monitorings folgert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dass „von frischen Erdbeeren ein eher geringes Risiko für eine Infektion des Menschen ausgeht.“ „Der Nachweis von potentiell krankmachenden Keimen in einzelnen Proben von frischen Erdbeeren unterstreicht aber, wie wichtig es ist, Erdbeeren vor dem Verzehr gründlich zu waschen,“ hebt das BVL hervor.

1 von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbare Infektionskrankheiten

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verfasst von am 22. Juni 2016 um 06:40

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2 Kommentare zu “Erdbeeren nur selten zu hoch belastet”

  1. Schade, dass Sie hier völlig unkritisch die Meinung der Behörden kopieren.

    Die Beanstandungsquote, also der Anteil der Überschreitungen von gesetzlichen Höchstgehalten ist die falsche Messlatte für die Rückstandsbelastung dar. Sie ist völlig ungeeignet, um irgendwelche Aussagen für den Verbraucherschutz zu treffen.

    http://www.essen-ohne-chemie.info/die-pestizidbelastung-steigt-immer-mehr

  2. Dr. oec. troph. Christina Bächle sagt:

    Sehr geehrter Herr Neumeister,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Der Artikel beruht auf objektiven Angaben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und ist entsprechend gekennzeichnet. Ich stimme Ihnen dahingehend zu, das Höchstmengenüberschreitungen irreführend sein können, da die Obergrenzen mitunter auch politisch motiviert festgelegt wurden. Allerdings habe ich in meinem Beitrag nicht nur von Höchstmengenüberschreitungen berichtet, sondern auch von dem Anteil der Erdbeerproben, bei denen keine Pestizide nachweisbar waren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. oec. troph. Christina Bächle

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