Fruchtsäfte können Diabetes-Erkrankung fördern

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Freitag, 20. Dezember 2013

Fr√ľchte zu essen oder und Fruchts√§fte zu trinken ist nicht dasselbe. Obwohl Fruchts√§fte aus Fr√ľchten hergestellt werden, scheinen sich die ern√§hrungsphysiologischen Wirkungen zu unterscheiden, wie drei gro√üe Beobachtungsstudien aus den USA zeigen.

Apfel und Saft
© cumi&ciki

Zwischen 1984 und 2009 wurden √ľber 151.000 Frauen und 36.000 M√§nner im Abstand von vier Jahren wiederholt zu ihren Ern√§hrungsgewohnheiten befragt. Die Teilnehmer, die alle zu Beginn der Studie gesund waren, wurden unter anderem gefragt, wie h√§ufig sie verschiedene Fr√ľchte a√üen und Fruchtsaft tranken. Um gesundheitliche Ver√§nderungen und √Ąnderungen des Lebensstils m√∂glichst zeitnah zu erfassen, wurden alle Probanden regelm√§√üig (alle zwei Jahre) kontaktiert und gebeten, einen Fragebogen auszuf√ľllen. Alle 12.198 Probanden (6,5 Prozent), die darin angaben, neu an Typ 2-Diabetes erkrankt zu sein, wurden im Folgenden eingehend zu ihrer Erkrankung befragt.
 

Die Daten zum Frucht- und Saftkonsum der Probanden wurden dann gemeinsam mit den Angaben zur Diabeteserkrankung ausgewertet. Dabei wurde der Einfluss anderer Lebensstil- und Risikofaktoren f√ľr Diabetes, die das Ergebnis verf√§lschen k√∂nnten, herausgerechnet.

Es zeigte sich, dass die Studienteilnehmer, die mindestens dreimal pro Woche Obst gegessen hatten, seltener an Typ 2-Diabetes erkrankten als jene mit geringerem Obstkonsum. Wurden alle Obstsorten gemeinsam betrachten, war die Verringerung des Erkrankungsrisikos mit 2 Prozent jedoch nur sehr gering. Wer allerdings dreimal w√∂chentlich Heidelbeeren, Trauben oder Pflaumen a√ü, erkrankte besonders selten an Diabetes: Das Diabetesrisiko sank bei h√§ufigem Verzehr von Pflaumen um 11 Prozent und bei Trauben um 12 Prozent. Spitzenreiter waren Heidelbeeren mit einem um 26 Prozent verminderten Risiko. Auch √Ąpfel, Birnen und Bananen verringerten das Erkrankungsrisiko um 5 Prozent. Dagegen hatten Probanden, die dieselbe Menge an Obst lieber als Fruchtsaft tranken, ein um 8 Prozent erh√∂htes Erkrankungsrisiko.

√úber die Ursache f√ľr die unterschiedlichen Wirkungen von verschiedenen Obstsorten einerseits und Obst und S√§ften andererseits kann bislang nur spekuliert werden. Wissenschaftler vermuten, dass sekund√§re Pflanzenstoffe, deren Gehalt in ganzem Obst h√∂her ist als in Fruchtsaft, mit an der Wirkung beteiligt sind. Dies w√ľrde auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Obstsorten erkl√§ren. Bislang fehlt jedoch ein eindeutiger Nachweis. Auch die unterschiedliche Konsistenz von Obst und Saft k√∂nnte von Bedeutung sein. Fl√ľssigkeiten werden schneller verstoffwechselt, so dass Fruchtsaft die Blutzuckerkonzentration schneller und st√§rker erh√∂ht als Obst. Es ist jedoch noch nicht gekl√§rt, ob dadurch auch das Diabetesrisiko ansteigt.

Quelle:

I. Muraki, F. Imamura, J. E. Manson, F. B. Hu, W. C. Willett, R. M. van Dam, Q. Sun (2013): Fruit consumption and risk of type 2 diabetes: results from three prospective longitudinal cohort studies. BMJ, Online-Vorabveröffentlichung.

verfasst von am 20. Dezember 2013 um 07:54

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Ein Kommentar zu “Fruchts√§fte k√∂nnen Diabetes-Erkrankung f√∂rdern”

  1. Max Eberhard sagt:

    Ein Beitrag √ľber den man echt nachdenken sollte. Man muss schon wissen das die Frucht Industrie sehr gro√ü ist und die Qualit√§t der S√§fte ist nicht gleich.

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