F√ľr ein gesundes Herz: Bei Kinderwunsch sollten Paare besser auf Alkohol verzichten

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 26. November 2019

Nicht nur der Alkoholkonsum der werdenden Mutter, sondern auch der pr√§konzeptionelle Alkoholkonsum des zuk√ľnftigen Vaters k√∂nnen die Herzgesundheit ihres Kindes beeintr√§chtigen. Dies geht aus einer Metastudie mit knapp 340.000 Eltern-Kind-Paaren hervor.

Viel wichtiger als das Geschlecht des ungeborenen Kindes ist werdenden Eltern meist eines: „Dass es gesund ist!“ Angeborene Herzerkrankungen z√§hlen zu den h√§ufigsten Geburtsfehlern. Pro Jahr sind circa 1,35 Millionen Babys weltweit davon betroffen. Auch wenn die zugrunde liegenden Ursachen chirurgisch behandelt und behoben wurden, tragen betroffene Kinder im sp√§teren Leben ein h√∂heres Risiko f√ľr Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Alkohol steht schon seit l√§ngerem im Verdacht, schuld an angeborenen Herzerkrankungen zu sein, allerdings wurde bislang haupts√§chlich der Alkoholkonsum der Mutter w√§hrend der Schwangerschaft untersucht – mit widerspr√ľchlichen Ergebnissen. Die Rolle des Vaters fand dagegen kaum Beachtung.

Dr. Jiabi Qin, der an der Xiangya School of Public Health der Central South Universit√§t in Changsha (China) arbeitet, hat mit seinen Kollegen in einer Metastudie die Ergebnisse von 55 Studien aus den Jahren 1991 bis 2019 zusammen ausgewertet, um mehr √ľber den Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum des Vaters vor der Zeugung und einem sp√§teren Herzfehler des Kindes zu erfahren. Insgesamt wurden Daten von 297.587 herzgesunden und 41.747 Babys mit angeborenen Herzfehlern analysiert.

Qin und seine Kollegen stellten fest, dass das Risiko f√ľr einen Herzfehler bei Babys, deren V√§ter vor der Zeugung Alkohol tranken, um 44 Prozent erh√∂ht war. Mit zunehmendem Alkoholkonsum stieg das Risiko des Nachwuchses an. Babys von V√§tern, die regelm√§√üig f√ľnf und mehr alkoholische Drinks konsumierten (Binge Drinker), hatten sogar ein 52 Prozent h√∂heres Risiko f√ľr einen angeborenen Herzfehler. Ein Drink entspricht dabei dem Alkoholgehalt von 0,3 Liter Bier. Durch den Alkoholkonsum der Mutter stieg das Risiko ihres Kindes f√ľr einen angeborenen Herzfehler um 16 Prozent.

„Binge Drinking durch angehende Eltern ist ein hohes Risiko und ein gef√§hrliches Verhalten, das nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines Herzfehlers beim Baby erh√∂ht, sondern auch die Gesundheit der werdenden Eltern gef√§hrdet“, erl√§utert Dr. Qin. Die Ergebnisse legen nahe, so Qin weiter, dass M√§nner mit Kinderwunsch vor der Befruchtung mindestens sechs Monate lang keinen Alkohol trinken sollten, Frauen sollten bereits ein Jahr davor und w√§hrend der Schwangerschaft darauf verzichten.

Ob tats√§chlich der Alkoholkonsum schuld an den vermehrt auftretenden Herzfehlern ist oder ob es andere damit assoziierte Faktoren sind, l√§sst sich durch Beobachtungsstudien ebenso wenig kl√§ren wie die Frage, auf welchem Weg der Alkoholgenuss des Vaters zu Herzfehlern bei seinem Kind f√ľhren k√∂nnte. Ein Erkl√§rungsansatz sind Sch√§den in den Erbinformationen von Spermien durch Alkohol – √§hnlich wie beim Rauchen.

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verfasst von am 26. November 2019 um 07:27

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