Geschmacksvorlieben von Kindern sind national verschieden

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Freitag, 28. Juni 2013

Nationalit√§t und Alter beeinflussen die Geschmacksvorlieben von Kindern in Europa st√§rker als der Bildungsstand der Eltern, das eigene Geschmacksempfinden und ein Stillen der Kinder. So lautet das Ergebnis der europ√§ischen IDEFICS-Studie (1), an der das Leibniz-Institut f√ľr Pr√§ventionsforschung und Epidemiologie der Universit√§t Bremen beteiligt war.

Apfelsaft Luke,Ma

An der Studie nahmen insgesamt 1.705 sechs- bis neunj√§hrige Kinder aus acht europ√§ischen L√§ndern (Schweden, Belgien, Spanien, Deutschland, Ungarn, Estland, Italien, Zypern) teil. Die Aufgabe der Kinder bestand darin, verschieden stark ges√ľ√üten Apfelsaft und Kekse mit variablem Salz-, Fett- und Glutamatgehalt geschmacklich zu bewerten. Au√üerdem wurde die Empfindlichkeit der kindlichen Geschmackszellen f√ľr die vier Geschmacksrichtungen s√ľ√ü, salzig, bitter und umami (w√ľrzig) ermittelt. Die Eltern der teilnehmenden Kinder machten zus√§tzlich Angaben zu ihrem Sozialstatus und den Ern√§hrungs- und Lebensgewohnheiten ihrer Familie.

In dieser Studie hatte die Nationalit√§t der Jungen und M√§dchen den gr√∂√üten Einfluss auf ihre Geschmacksvorlieben. Mehr als sieben von zehn deutschen Grundschulkindern a√üen beispielsweise gerne fettreiche Kekse, in Zypern und Schweden waren es weniger als vier von zehn Kindern. Daf√ľr mochten deutsche und belgische Kinder lieber naturs√ľ√üen Apfelsaft, w√§hrend die gleichaltrigen Probanden aus Schweden, Ungarn und Italien ges√ľ√üten Saft bevorzugten. Mit dem Alter der Kinder stieg ihre Vorliebe f√ľr s√ľ√üe und salzige Gerichte, der w√ľrzige Umami-Geschmack war dann weniger beliebt. Anders als die Nationalit√§t der Kinder und ihr Alter hatten ihr¬† Geschlecht, ihre Geschmackssensibilit√§t, der Bildungsstand ihrer Eltern und ihre Ern√§hrung als S√§ugling kaum Einfluss auf ihre aktuellen Geschmacksvorlieben.

„Geschmacksvorlieben unterscheiden sich von Land zu Land; ein einheitliches Pr√§ventionsprogramm f√ľr eine bessere Ern√§hrung w√ľrde daher nicht in allen L√§ndern gleicherma√üen wirksam sein“, folgert Anne Lanfer aus dem deutschen Forscherteam. Gemeinsam mit ihren europ√§ischen Kollegen empfiehlt sie, bei der Konzeption europaweiter Pr√§ventionsprogramme zur Ern√§hrungsumstellung und Bek√§mpfung von √úbergewicht kulturelle und altersabh√§ngige Einfl√ľsse zu ber√ľcksichtigen.

(1) Identifikation und Prävention von ernährungs- und lebensstilbedingten Gesundheitsfaktoren bei Kindern und Kleinkindern (Identification and prevention of Dietary- and lifestyle-induced health EFfects In Children and infantS)

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verfasst von am 28. Juni 2013 um 06:34

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Ein Kommentar zu “Geschmacksvorlieben von Kindern sind national verschieden”

  1. Vielen Dank f√ľr den sehr interessanten Artikel. Ich bin Ern√§hrungsberaterin und stelle dies auch immer wieder bei Erwachsenen fest.

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