Gegen kindliches Übergewicht Рgesunde Haushaltsroutinen fördern

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 8. Oktober 2013

Gemeinsame Mahlzeiten, weniger TV und eine bessere Schlafqualit√§t ‚Äď diese Ver√§nderungen k√∂nnen dazu beitragen, dass √ľbergewichtige Kinder etwa ein halbes Kilogramm in sechs Monaten abnehmen. Zu diesem Ergebnis kam eine aktuelle Studie, die am 9.9. in der Zeitschrift JAMA Pediatrics ver√∂ffentlicht wurde.

Children running outdoor.

Bereits aus fr√ľheren Studien ist bekannt, dass bestimmte Routinen in einem Haushalt – wie die Mahlzeiten in der Familie einzunehmen und nur wenige Stunden t√§glich fernzusehen – das Risiko f√ľr √úbergewicht bei Kindern senken. „√úber Routinen zu sprechen ist der Schl√ľssel“, meint die leitende Studienautorin Dr. Elsie Taveras, die in einem Bostoner Kinderkrankenhaus arbeitet. 121 Familien mit Kindern im Alter von zwei bis f√ľnf Jahren waren an der Studie beteiligt. Da sich √úbergewicht geh√§uft in Familien findet, die einer ethnischen Minderheit angeh√∂ren oder die ein geringes Einkommen haben, w√§hlten Taveras und ihre Kollegen f√ľr ihre Untersuchung √ľberwiegend afro- und lateinamerikanische Familien aus.

Eine H√§lfte der Familien bekam die √ľbliche Betreuung und Informationsmaterial in Form von Malb√ľchern, die die kindliche Entwicklung im Blickfeld hatten. Die andere H√§lfte erhielt viermal Besuch zuhause sowie vier Anrufe von Gesundheitsp√§dagogen. Au√üerdem wurde ihnen per Post Informationsmaterial zugestellt, das auf eine √Ąnderung der Haushaltsroutinen abzielte. Darin wurden die Einf√ľhrung von gesunden Routinen – Familienmahlzeiten, angemessene Schlafdauer, begrenzte Fernsehzeit und ein Entfernen des Fernsehers aus dem Kinderschlafzimmer, nicht jedoch √úbergewicht oder eine Gewichtsreduktion der Kinder thematisiert.

Von 111 Familien lagen nach sechs Monaten Ergebnisse vor. Bei den Kindern in den Familien mit normaler Betreuung nahm der BMI etwas zu, bei den Kindern mit der intensiveren Betreuung hingegen etwas ab. Der Unterschied betrug etwa ein halbes Kilogramm. Das sei eine geringe, jedoch nicht unbedeutende Gewichtsreduktion f√ľr im Wachstum befindliche Kinder, meint Taveras. Die Forscher stellten fest, dass die Kinder in der „Routine-Gruppe“ im Durchschnitt eine Stunde l√§nger schliefen als die Kinder in der Vergleichsgruppe. Auch schauten sie am Wochenende etwa eine Stunde weniger fern. Die Anzahl der Familienmahlzeiten √§nderte sich in beiden Gruppen nicht, allerdings nahmen die Familien offenbar bereits zu Studienbeginn viele Mahlzeiten gemeinsam ein. Wichtig sei nun festzustellen, ob die erzielte Ver√§nderung anhalte, meinen die Forscher. Dies bliebe in einer gr√∂√üeren Studie zu pr√ľfen.

Quelle:
Seaman AM (Reuters Health, 10.09.2013): Routine changes tied to kids‘ weight loss: study

verfasst von am 8. Oktober 2013 um 06:44

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