Salz – Zuviel macht krank

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Montag, 16. August 2010

Salz hat zwar auch positive Seiten ‚Äď es w√ľrzt, konserviert und hat unbestritten einen Nutzen f√ľr die menschliche Gesundheit ‚Äď aber nur in der richtigen Menge. Die Empfehlung liegt bei 6 g pro Tag. Diese wird von vielen Verbrauchern um mehr als das Doppelte √ľberschritten.

Salzquellen

Fast Food

Von dem verzehrten Salz stammen ganze 80 Prozent aus Fertigprodukten. Unter salzhaltige Waren fallen Brot, Wurst, K√§se, Suppen, So√üen, Gem√ľsekonserven, Pizzas und erstaunlicherweise sogar Schokolade. Auf diese Salzversorgung hat der Verbraucher keinen Einfluss, au√üer er √ľbt sich im Verzicht auf die beliebte Convenience.

Zuviel Salz schadet

Der Zusatz von Salz zu Lebensmitteln erfolgt neben geschmacklichen auch aus hygienischen und technologischen Gr√ľnden. Ein Zuviel an Salz f√∂rdert jedoch einen Bluthochdruck, der als Mitverursacher von Herz- und Schlaganf√§llen gilt. Ein √ľberm√§√üiger Salz-Verzehr steht im Verdacht Magenkrebs, Osteoporose und Nierensteine mitzubedingen. Deshalb muss stark in Frage gestellt werden, ob die teilweise sehr hoch eingesetzten Salz-Mengen wirklich notwendig sind.

Was spräche gegen eine Salzreduktion?

Geschmackliche Nachteile f√ľr den Verbraucher w√ľrden sich durch eine Salz-Senkung keine ergeben, wenn das Vorgehen schrittweise erfolgt. Die Industrie hingegen m√ľsste Umstellungen hinnehmen. Der hygienische und der technologische Einsatz von Salz in Fertigprodukten m√ľssten √ľberpr√ľft und wenn eine Senkung nachteilig erscheint, neue Ans√§tze entwickelt werden. Zun√§chst auftretende¬†Zeit- und Kosten-Nachteile w√ľrden sich jedoch auf lange Sicht f√ľr die Gesundheit der Verbraucher bezahlt machen.

Verbraucher-Hinweise:

  • Achten Sie auf die Natrium-Gehalte verpackter Lebensmittel. Mit dem Faktor 2,5 multipliziert erhalten Sie einen Hinweis auf den m√∂glicherweise enthaltenen Kochsalzgehalt. Die empfohlene Salz-Zufuhr liegt bei 6 g pro Tag.
  • Essen Sie stark Natrium-haltige Lebensmittel eher selten.
  • Das Nachsalzen mit dem Salzstreuer macht nur einen geringen Teil des Salzverzehrs aus. Allerdings sollten Sie dies nicht zur Gewohnheit werden lassen und vorher probieren, um festzustellen, ob ein Nachsalzen wirklich n√∂tig ist.
  • Fragen Sie bei Ihrem B√§cker und Fleischer nach salzarmen Produkten.

Quellen einblenden

  • Barr SI: Reducing dietary sodium intake: the Canadian context. APPL PHYSIOL NUTR METAB 2010;35:1‚Äď8
  • BfR (2009): 3. Sitzung der BfR-Kommission f√ľr Ern√§hrung, di√§tetische Produkte, neuartige Lebensmittel und Allergien. 3 Ma√ünahmen zur Verringerung des Salzgehaltes in Lebensmitteln. 10.08.2010
  • Foodwatch (2009): Hoher Salzgehalt in vielen Fertigprodukten. 10.8.2010
  • Foodwatch (2009): Salzige Produkte. 10.8.2010
  • He FJ, MacGregor GA: Reducing Population Salt Intake Worldwide: From Evidence to Implementation. PROG CARDIOVASC DIS 2010;52:363-382
  • Klaus D, Hoyer J, Middeke M: Kochsalzrestriktion zur Pr√§vention kardiovaskul√§rer Erkrankungen. DEUTSCHES AERZTEBLATT 2010;26:457-462
  • Sacks FM, Campos H: Dietary Therapy in Hypertension. N ENGL J MED 2010;362:2102-12

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verfasst von am 16. August 2010 um 10:27

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