Update Eiverzehr und Gesundheit: ja, nein, vielleicht?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 14. April 2020

Wie viele Eier darf man regelm√§√üig essen, ohne langfristige gesundheitliche Folgen bef√ľrchten zu m√ľssen? Diese Frage besch√§ftigt Experten seit Jahrzehnten. In einer aktuellen √úbersichtsarbeit berichten Wissenschaftler √ľber aktuellere Forschungsergebnisse, auf die Frage nach dem idealen Eiverzehr haben sie allerdings nach wie vor keine eindeutige Antwort.

Friederike Maretzke von der Deutschen Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung (DGE) sowie Prof. Dr. Stefan Lorkowski und Prof. Dr. Sarah Egert fassten in ihrer zweiteiligen deutschsprachigen √úbersichtsarbeit die Ergebnisse fr√ľherer √úbersichtsarbeiten und Metaanalysen, die zwischen Januar 2008 und August 2018 ver√∂ffentlicht wurden, zusammen. Dieser Studienpool wurde erg√§nzt durch aktuelle Artikel √ľber Kohortenstudien, deren Ergebnisse noch nicht in den √úbersichtsarbeiten ber√ľcksichtigt wurden. Das Augenmerk von Maretzke und ihren Kollegen lag auf dem Zusammenhang zwischen dem Eikonsum und der Entstehung von kardiometabolischen1 Erkrankungen und deren Risikofaktoren sowie einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes.

Auch wenn die Ergebnisse vieler Studien widerspr√ľchlich waren, zeichneten sich doch teilweise gemeinsame Tendenzen ab. So bestand in den Metaanalysen √ľberwiegend kein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Eiern und Herz-Kreislauferkrankungen insgesamt sowie speziell koronaren Herzerkrankungen und Schlaganf√§llen in der Allgemeinbev√∂lkerung. Dagegen hatten Menschen mit Typ-2-Diabetes, die h√§ufiger Eier verzehrten, ein erh√∂htes Risiko f√ľr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Um allerdings mit Sicherheit sagen zu k√∂nnen, ob das erh√∂hte Risiko der Menschen mit Diabetes auf deren Eikonsum zur√ľckzuf√ľhren ist, m√ľssten kontrollierte Interventionsstudien durchgef√ľhrt werden. Hinsichtlich des Einflusses des Verzehrs von Eiern auf kardiometabolische Risikofaktoren (Blutfette, Glukosestoffwechsel) konnten √ľberwiegend keine negative Effekte festgestellt werden.

Weitere Studien untersuchten Assoziationen zwischen dem Eiverzehr und einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes. Hier gab es sowohl Studien, in denen ein höherer Eikonsum mit einem größeren Diabetesrisiko einherging, als auch Studien, in denen kein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Eiern und einer Erkrankung an Typ-2-Diabetes bestand.

„Auf Basis der recherchierten Studienergebnisse lassen sich keine eindeutig negativen, jedoch auch keine eindeutig positiven Einfl√ľsse des Eierverzehrs auf das Risiko f√ľr kardiovaskul√§re Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2 sowie kardiometabolische Risikofaktoren aufzeigen“, folgern Maretzke und ihre Kollegen. Es bestehe ein breiter Konsens, so die Wissenschaftler weiter, dass die Energiezufuhr und die Zusammensetzung der Ern√§hrung insgesamt entscheidend sei f√ľr ihre gesundheitsf√∂rdernde Wirkung, und nicht einzelne Lebensmittel (wie Eier) oder einzelne N√§hr- oder Inhaltsstoffe (beispielsweise Cholesterin) fokussiert werden sollten. Diese Aspekte werden in Zukunft verst√§rkt in lebensmittelbezogenen Ern√§hrungsempfehlungen und Beratungsstandards ber√ľcksichtigt, so die Prognose der Autoren.

Quellen einblenden

1 Krankheitsbilder, die das Herz-Kreislaufsystem und/oder Stoffwechselvorgänge betreffen.

 

verfasst von am 14. April 2020 um 07:34

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