Vier Argumente, warum eine vegetarische Ernährung die Umwelt schont

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 31. Mai 2011

loewenzahn
© Dawn Huczek

Vegetarier ernähren sich nicht nur verhältnismäßig gesund. Durch ihre Ernährung greifen sie auch weniger nachteilig in die Umwelt ein. Warum das so ist? Hier erfahren Sie vier Argumente, warum eine vegetarische Ernährung die Umwelt schont.

1. Geringerer Energie- und Rohstoffeinsatz

  • 2,9mal weniger Wasser
  • 2,5mal weniger prim√§re Energie
  • 13mal weniger D√ľngemittel und
  • 1,4mal weniger Pestizide

braucht es, um einen Vegetarier im Vergleich zu einem Nicht-Vegetarier mit Lebensmitteln zu versorgen. Dies stellten amerikanische Forscher um Marlow fest, die am Beispiel des Staates Kalifornien pr√ľften, welche Auswirkungen Ern√§hrungsvorlieben auf die Umwelt haben.

Sich zunehmend verknappende Ressourcen und steigende Energie- und Rohstoff-Preise sprechen f√ľr eine √ľberlegte landwirtschaftliche Fl√§chen-Nutzung. D√ľngemittel und Pestizide belasten, im √úberma√ü eingesetzt, die Umwelt und verringern die Artenvielfalt. Pestizide k√∂nnen zudem die Feldarbeiter gef√§hrden, die diese aufbringen, indem die Sch√§dlingsbek√§mpfungsmittel St√∂rungen des endokrinen und des Immunsystems, neurologische Fehlfunktionen und Krebs beg√ľnstigen.

2. Größerer Energie-Ertrag pro Fläche

Lediglich Getreide und H√ľlsenfr√ľchte werden mit Energiegewinn angebaut: Um zwei bis drei Kalorien Nahrungsenergie zu erzeugen, braucht es eine Kalorie Prim√§renergie. Bei Obst und Gem√ľse liegt die Energie-Ausbeute nur bei etwa einer halben Kalorie. Die schlechteste Bilanz haben tierische Lebensmittel: Der Energie-Ertrag liegt hier gerade mal bei 1-5 Prozent.

Ernte
© Brian Forbes

Trotz der schlechten Wirtschaftlichkeit wird laut FAO auf 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche Viehzucht betrieben. Das entspricht immerhin 30 Prozent der Erdoberfläche. Durch eine wachsende Bevölkerung werden Nachfrage und Ausmaß der Tierhaltung wahrscheinlich weiter steigen.

Eine zunehmende landwirtschaftliche Fl√§chennutzung, gerade f√ľr die fl√§chenbed√ľrftige Tierhaltung, zerst√∂rt √Ėkosysteme durch Wald-Kahlschl√§ge, f√ľhrt zu W√ľstenbildungen, Bodenverdichtungen sowie -abtragungen und endet nachfolgend mit der Sedimentation von Wasserwegen, Feucht- und K√ľstengebieten.

 

3. Weniger belastende Abfälle

Durch eine intensivierte Tierhaltung entstehen Abf√§lle, die Wasser, Boden und Luft belasten. Erschwerend kommt hinzu, dass diese Abf√§lle meist unbehandelt bleiben. Sie sind reich an Stickstoff, Phosphor- und Kalium-Verbindungen und enthalten Spuren von Metallen und Antibiotika, welche nach Einsch√§tzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium (USDA) eine ernste Belastung f√ľr die √∂ffentliche Gesundheit darstellen k√∂nnen.

Die Viehzucht erleichtert zudem die Ausbreitung von Zoonosen (1). So wurde z. B. die Gefl√ľgelindustrie mit der Verbreitung des schwer krankmachenden Vogelgrippe-Virus in Verbindung gebracht.

K√ľhe
© Joost J. Bakker IJmuiden

4. Und nicht zuletzt – der Klimawandel

Die intensivierte Tierhaltung, insbesondere die Rinderhaltung, f√ľhrt zu enormen Gaseintr√§gen. Neben Ammoniak, das eher √∂rtlich begrenzt durch seinen Geruch bel√§stigt, werden auch Kohlenstoffdioxid, Methan und Distickstoffmonoxid freigesetzt, welche den Treibhauseffekt verst√§rken.

Fazit

Es muss deshalb nicht gleich jeder zum Vegetarier werden. Falls Sie zum Umweltschutz beitragen möchten, könnten Sie dies bereits durch kleine Umstellungen tun. Zum Beispiel indem Sie vermehrt pflanzliche Lebensmittel in Ihrer Ernährung einsetzen und zwei- bis dreimal pro Woche vegetarisch essen.

(1) Zoonosen sind (Infektions-)Krankheiten die von Wirbeltieren auf den Menschen √ľbertragen werden k√∂nnen (Pschyrembel, 2002)

Quelle:
Marlow HJ, Hayes WK, Soret S, Carter RL, Schwab ER, Sabate J: Diet and the environment: does what you eat matter? Am J Clin Nutr 2009;89(suppl):1699S‚Äď703S.

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verfasst von am 31. Mai 2011 um 07:20

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Ein Kommentar zu “Vier Argumente, warum eine vegetarische Ern√§hrung die Umwelt schont”

  1. Mich hat es bei meiner Recherche hierher verschlagen
    bei der Gelegenheit hinterlasse ich hier noch ein Statment zum vegetariersein:

    Mit der Zeit ‚Äď je l√§nger man Vegetarier ist, desto weniger will man akzeptieren, dass die meisten Fleischkonsumenten oft weniger feinf√ľhlig und tolerant sind als man sich w√ľnschen w√ľrde.

    Es ist am Anfang zun√§chst der Widerwille Fleisch zu essen, weil wir die Haltung der Tiere einfach nicht ‚Äúmenschenw√ľrdig‚ÄĚ haben und die Haltung immer mehr pervertiert.
    Dazu kommt nat√ľrlich der Prozess des Schlachtens ansich. Mit der Zeit wandelt sich die Auffassung immer mehr zu einer echten und tief empfundenen Geisteshaltung.

    Viele Gr√ľ√üe,
    Christine

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