Vitamin B6 senkt Darmkrebs-Risiko

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Montag, 11. Oktober 2010

Krebs steht nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen an zweiter Stelle der Todesursachen in Deutschland. Dabei bricht die Erkrankung nach der Lunge am häufigsten im Darm aus.

Eine gute Vitamin B6-Versorgung beugt laut der √úbersichtsarbeit von Larsson et al. Darmkrebs vor. So entwickelten Menschen mit hohem Blutspiegel des Vitamins seltener Darmkrebs. Steigt Vitamin B6 um 100 pmol pro ml Blut (1,8 ug/l) an, erkranken nur halb so viele Menschen an Darmkrebs, so Larsson et al. Die Aufnahme des Vitamins selbst scheint dabei seltsamerweise nicht vorbeugend zu wirken. Da der Blutspiegel jedoch nachweislich davon abh√§ngt, wie viel Vitamin B6 zugef√ľhrt wird, zweifeln die Forscher die gemessenen Aufnahme-Werte der von ihnen betrachteten Studien an. √úbereinstimmend mit dieser Vermutung zeigten mehrere Fall-Kontroll-Studien, dass die Aufnahme von Vitamin B6 das Darmkrebs-Risiko senkt.

Vitamin B6 ist ein wasserl√∂sliches Vitamin, dass in gr√∂√üeren Mengen in Fleisch, Fisch, Gefl√ľgel, st√§rkehaltigem Gem√ľse und einigen Fr√ľchten (Bananen, Avocados) enthalten ist. Das Vitamin ist an √ľber 100 enzymatischen Reaktionen beteiligt, sowie am Auf- und Umbau der DNA. Durch einen Enzym-Mangel wird neben dem Auf- und Umbau auch die Reparatur gesch√§digter Erbtr√§ger gest√∂rt. Sch√§den an der DNA entstehen regelm√§√üig und der menschliche K√∂rper ist darauf vorbereitet. Er besitzt spezielle Proteine, die die Reparaturarbeiten durchf√ľhren. Wenn sich die Sch√§den jedoch h√§ufen oder unentdeckt bleiben, erh√∂ht sich die Gefahr bleibender Ver√§nderungen. Diese schr√§nken evtl. Zell-Funktionen ein und k√∂nnen ein unkontrolliertes Wachstum der Zelle ausl√∂sen, das zu Tumoren f√ľhren und damit Krebs beg√ľnstigen kann.

Die Studie von Larsson et al. weist darauf hin, dass eine Vitamin B6-Einnahme vor Darmkrebs sch√ľtzt. Das Gaben von Vitamin B6 Darmkrebs wirksam vorbeugen, bleibt noch durch gro√üangelegte klinische Studien zu best√§tigen. Die Deutschen sind nach den Ergebnissen der Nationalen Verzehrsstudie ausreichend mit diesem Vitamin versorgt.

Anmerkung:
Vitamin B6 kann sowohl unter- als auch √ľberdosiert werden und in beiden F√§llen stellen sich gesundheitlich unerw√ľnschte Folgen ein. Eine Aufnahme von bis zu 100 mg/ Tag wird als gesundheitlich unbedenklich eingestuft.
Die empfohlene Zufuhr f√ľr Erwachsene (19-65-J√§hrige) liegt bei 1,2 (w) -1,5 (m) mg/Tag.

Quellen einblenden

  • Larsson SC, Orsini N, Wolk A: Vitamin B6 and Risk of Colorectal Cancer. JAMA 2010;303(11);1077-1082
  • Nationale VerzehrsStudie II Ergebnisbericht, Teil 2
  • Todesursachen. Sterbef√§lle insgesamt 2008 nach den 10 h√§ufigsten Todesursachen der International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10)
  • Deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung, √Ėsterreichische Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung, Schweizerische Gesellschaft f√ľr Ern√§hrungsforschung, Schweizerische Vereinigung f√ľr Ern√§hrung: Referenzwerte f√ľr die N√§hrstoffzufuhr. Umschau Braus, Frankfurt am Main, 2000

verfasst von am 11. Oktober 2010 um 06:53

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Ein Kommentar zu “Vitamin B6 senkt Darmkrebs-Risiko”

  1. Jan Eck sagt:

    Diese Forschungsergebnisse sind doch interessant! Gibt es dazu schon Updates?

    Der Ansatz, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, sondern vorbeugende Maßnahmen zu finden ist m.M nach sehr sinnvoll. Hoffentlich gibt es bald größer angelegte klinische Studien dazu!

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