Vitamin D bei Erk√§ltungen wohl unn√ľtz

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Zus√§tzlich eingenommenes Vitamin D scheint Entz√ľndungen der oberen Atemwege weder zu verhindern noch abzuschw√§chen. Diese Feststellung machten neuseel√§ndische Forscher um den Pathologen David Murdoch, die die Wirkung von 100.000 IE Vitamin D bei 322 gesunden Erwachsenen in einer randomisierten kontrollierten Studie pr√ľften.

Wissenschaftler der Universit√§t von Otago in Christchurch f√ľhrten die Studie von Februar 2010 bis November 2011 durch. Sie teilten die Teilnehmer in zwei Gruppen auf: Die eine Gruppe bekam zu Beginn und erneut nach einem Monat eine Dosis von 200.000 IE Vitamin D verabreicht. Im Anschluss daran erhielten die Probanden monatlich eine Dosis von 100.000 IE Vitamin D. Die Teilnehmer in der anderen Gruppe bekamen anstelle des Vitamin D ein Placebo. Die Zeit der Einnahme dauerte insgesamt 18 Monate.

Durch die zus√§tzliche Aufnahme von Vitamin D stieg der Serumspiegel der Vitamin-D-Gruppe von durchschnittlich 29 Nanogramm pro Milliliter zu Beginn auf √ľber 48 Nanogramm pro Milliliter w√§hrend des Studienverlaufs an. Trotzdem traten bei den Teilnehmern beider Gruppen √§hnlich viele Erk√§ltungen auf: bei einem Teilnehmer der Vitamin-D-Gruppe waren es durchschnittlich 3,7 Erk√§ltungen, bei einem Teilnehmer der Kontrollgruppe 3,8. Auch die Schwere und die Dauer der Beschwerden sowie die Arbeitsfehltage waren in beiden Gruppen vergleichbar.

„Das wichtigste Ergebnis dieser Studie ist, dass eine Dosis von 100.000 IE Vitamin D bei gesunden Erwachsenen das Auftreten oder die Schwere von Entz√ľndungen der oberen Atemwege nicht signifikant beeinflusst“, konstatierten die Forscher.

Quelle:
Murdoch Dr et al.: Effect of Vitamin D3 Supplementation on Upper Respiratory Tract Infections in Healthy AdultsThe VIDARIS Randomized Controlled Trial. JAMA, 2012;308(13):1333-1339

√Ąhnliche Themen

verfasst von am 17. Oktober 2012 um 05:30

Was ist das?

DEBInet-Ern√§hrungsblog - √ľber uns

Unsere Autoren schreiben f√ľr Sie √ľber Aktuelles und Wissenswertes aus Ern√§hrungswissenschaft und Ern√§hrungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich f√ľr das Thema "Ern√§hrung" interessieren.

Sie k√∂nnen sich die Beitr√§ge per Newsletter zuschicken lassen oder diese √ľber RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

F√ľr die Schriftenreihe der Gesellschaft f√ľr Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (GRVS) wurden 222 unserer Blog-Artikel ausgew√§hlt. Das dabei entstandene Ern√§hrungs-Lesebuch ist 2017 im Pabst Science Publishers Verlag erschienen und steht Ihnen hier kostenlos zum Download zur Verf√ľgung

Der "DEBInet-Ernährungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2019 Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

6 Kommentare zu “Vitamin D bei Erk√§ltungen wohl unn√ľtz”

  1. Peter Boehm sagt:

    Sch√∂nes Beispiel f√ľr eine unn√ľtze Studie.
    Ich hab mich schon etwas gewundert, Neuseeland? Haben die nicht ziemlich hohe UV-Strahlung und damit wohl eh eine gute Vit-D-Versorgung? und tats√§chlich hatten nur 8% der Probanten VitD-Werte unter 20ng/ml. So kommt nat√ľrlich nichts raus bei einer Studie. etwas ausf√ľhrlicher bei Dr. Mercola: http://articles.mercola.com/sites/articles/archive/2012/10/17/sun-exposure-vs-vitamin-d-supplements.aspx?e_cid=20121017_DNL_art_1

    Einen sch√∂nen sonnigen Tag noch – geht ein bi√üchen nat√ľrliches Vitamin D tanken!

  2. […] Vitamin D bei Erk√§ltungen wohl unn√ľtzDEBInet Ern√§hrungsblog (Blog)Wissenschaftler der Universit√§t von Otago in Christchurch f√ľhrten die Studie von Februar 2010 bis November 2011 durch. Sie teilten die Teilnehmer in zwei Gruppen auf: Die eine Gruppe bekam zu Beginn und erneut nach einem Monat eine Dosis von … […]

  3. Aloha,

    Danke f√ľrs posten @www.ernaehrung.de

    Na, Mercola verkloppt Supplemente, dem wird die Studie nat√ľrlich nicht gefallen. Ich bin auf die Bewertung der Ergebnisse von Cannell gespannt, der vom Vitamin D Council.

    √úbrigens sind Spazierg√§nge im Herbst zwar gesund, tun aber nichts f√ľr den Vitamin-D-Status, weil bei dem tiefen Winkel der Sonne nicht mehr genug UVB-Strahlung bei uns ankommt. Faustregel: Sobald der Schatten l√§nger ist als das Objekt, wird in Haut kein Vitamin D mehr gebildet. Der Vitamin-D-Winter geht in unseren Breitengraden also von ca. Ende September bis Ende M√§rz. Sonnenbrand oder Br√§une sind kein Zeichen, dass zwingend auch UVB-Licht mit dabei ist, da diese auch von UVA verursacht werden kann.

    Davon mal unabhängig ist ein guter Vitamin-D-Status immer wichtig, da es an so vielen wichtigen Körperprozessen beteiligt ist.

    Wem wirklich wichtig ist, „nat√ľrliches“ Vitamin D im Winter zu bekommen, sollte im Fr√ľhjahr eine Speisepilzkultur anlegen (daf√ľr gibts Sets sogar f√ľr die Wohnung) und die dann an der Mittagssonne trocknen ab Mai. Durch die Belichtung bildet sich Vitamin D in den Pilzen. Der chemische Prozess der da abl√§uft im Pilz ist √§hnlich des Prozesses, der in der Haut passiert wenn man ein Sonnenbad nimmt.

    Wem das zu umst√§ndlich ist, sollte auf Supplemente zur√ľck greifen. Unabh√§ngig von einer Wirkung gegen virale Infekte sollte der Vitamin-D-Wert mindestens 75nmol/L betragen.

  4. Frank Schäfer sagt:

    „die Wirkung von 100.000 IE Vitamin E“

    Ich dachte es handele sich um Vitamin D ?!

    Diese Studie macht mich etwas stutzig.
    Es ist offensichtlich, dass eine Vitamin D Medikation bei Menschen welche einen normalen Serumspiegel aufweisen, keine signifikante Verbesserung eintritt.

    Bei einer Hypovitaminose s√§he dies jedoch etwas anders aus, doch das hat man in der Studie wohl nicht ber√ľcksichtigt.

Kommentar abgeben zu: Peter Boehm