Vitamin-D-Mangel bei Adipositas: Ursache oder Folge?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Freitag, 23. August 2013

Menschen, die mehr Kilos auf die Waage bringen, neigen zu einem niedrigeren Vitamin D-Spiegel. Doch ist es das √úbergewicht, das das Vitamin schlechter verf√ľgbar macht? Oder leitet umgekehrt ein Vitamin-D-Mangel – zusammen mit anderen Faktoren – ein √úbergewicht erst ein? Eine √úbersichtsstudie gibt einen Fingerzeig.

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Um den Zusammenhang zwischen √úbergewicht und Vitamin D weiter aufzuschl√ľsseln, pr√ľften Wissenschaftler US-amerikanischer und europ√§ischer Forschungseinrichtungen Daten von 42.024 Probanden, die aus 21 genetischen Studien stammten. Genetische Studien haben gegen√ľber Beobachtungsstudien den Vorteil, dass sie kaum anf√§llig f√ľr St√∂rfaktoren sind.

Gene k√∂nnen mit bestimmten Bedingungen in Verbindung gebracht werden. Das liegt daran, dass Gene nicht bei jedem Menschen exakt identisch aufgebaut sind. Gene variieren in der Regel leicht, Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer unterschiedlichen „Auspr√§gung“. Wenn eine Auspr√§gung eines Gens besonders h√§ufig mit einer bestimmten Bedingung auftritt, liegt ein Zusammenhang nahe. So gibt es sowohl f√ľr einen Vitamin D-Mangel als auch f√ľr √úbergewicht ziemlich spezifische Gen-Varianten.

Um zu bestimmen, ob es nun eher √úbergewicht ist, dass einen Vitamin-D-Mangel nach sich zieht oder ob ein Vitamin-D-Mangel die Entstehung von √úbergewicht beg√ľnstigt, untersuchten die Forscher, welche Gen-Varianten womit in enger Verbindung stehen: Jene f√ľr √úbergewicht mit einem Vitamin D-Mangel, oder umgekehrt.

Was sie fanden, best√§tigte ihre Vermutungen: Ein Vitamin-D-Mangel trat geh√§uft bei Personen mit √úbergewichts-spezifischen Gen-Varianten auf. So ergaben die Auswertungen des Forscherteams, dass mit jeder Einheit, die der BMI ansteigt, der Vitamin-D-Spiegel im Blut um 1,15 Prozent sinkt. Nur sehr selten jedoch fanden sie das Gegenteil – dass Menschen mit Gen-Varianten f√ľr einen Vitamin-D-Mangel gleichzeitig √úbergewicht haben. Demnach scheint √úbergewicht zu einem Vitamin-D-Mangel, ein Vitamin-D-Mangel hingegen in der Regel nicht zu √úbergewicht zu f√ľhren.

Die Autoren schreiben, dass ein Vitamin-D-Mangel „eine zunehmend h√§ufige Angelegenheit in der √∂ffentlichen Gesundheit“ sei. Werde durch entsprechende Ma√ünahmen in der Bev√∂lkerung das Gewicht gesenkt, sollte auch der Vitamin-D-Mangel seltener werden, vermuten sie. Sie weisen au√üerdem darauf hin, dass m√∂glicherweise ein Teil der nachteiligen Wirkungen, die starkem √úbergewicht zugeschrieben werden, durch einen Vitamin-D-Mangel vermittelt wird. Wenn sich diese Vermutung als richtig herausstellen sollte, k√∂nnte eine ausreichende Versorgung diesem Effekt entgegenwirken.

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verfasst von am 23. August 2013 um 06:01

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