Vorerst keine Fettsteuer f√ľr die Briten

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Die Einf√ľhrung einer Steuer auf „ungesunde Lebensmittel“ in Ungarn und einer Fettsteuer in D√§nemark h√§tten den entscheidenden Ansto√ü geben k√∂nnen, doch die britische Regierung wartet ab. Man beh√§lt die Staaten im Auge, die sich dazu entschlossen haben, diese Ma√ünahmen gesetzlich zu verankern und beobachtet erst einmal die Effekte.

Cheeseburger
© TheCulinaryGeek

Die √úberlegung, eine Fettsteuer einzuf√ľhren, gibt es in England nicht erst seit gestern. Schlie√ülich wird hier im europ√§ischen Vergleich die h√∂chste Rate an √ľbergewichtigen und fettleibigen Menschen verzeichnet. So gelten unter den Erwachsenen mehr als 60 Prozent als √ľbergewichtig oder adip√∂s. Der Einwand, durch eine Fettsteuer Menschen mit niedrigem Einkommen m√∂glicherweise erheblichen Belastungen auszusetzen, stellt ein gro√ües Hindernis f√ľr die Umsetzung dar.

Warum zaudern die britischen Entscheidungstr√§ger? Man beruft sich auf die pers√∂nliche Verantwortung des Einzelnen. Das d√ľrfte Gegner eines staatlichen Eingreifens, die in einer solchen Ma√ünahme eine unm√§√üige Bevormundung sehen, zufrieden stellen. Jedoch √§ndert es nichts an der Tatsache, dass die Kosten enorm sind, die durch die gesundheitlichen Folgen von (starkem) √úbergewicht entstehen, und die Prognosen noch eine Zunahme erwarten lassen.

Das sieht auch die britische Regierung ein, und wenn schon keine Fettsteuer, so sind doch verschiedene andere Ma√ünahmen vorgesehen, die dem allgemeinen Trend einer Gewichtszunahme entgegen wirken sollen. So sind z. B. Radwege und Gr√ľnanlagen geplant, welche die M√∂glichkeit zu mehr Bewegung geben und diese dadurch f√∂rdern sollen.

Gleichwohl k√∂nne der Staat alleine nicht alles ausrichten, so Andrew Lansley, der britische Gesundheitsminister. Deshalb wird die Lebensmittelindustrie zur Mithilfe aufgerufen ‚Äď z. B. werden Kalorienangaben und eine Senkung des Salzgehalts angeraten. Das Mitwirken der Industrie erfolgt dabei auf freiwilliger Basis, was von vielen Gesundheitsexperten kritisiert wird. Diese Kritik k√∂nnte durchaus berechtigt sein, denn Umstellungen der Lebensmittelproduktion kollidieren meist mit √∂konomischen Eigeninteressen. Daher werden sich Ver√§nderungen in diesem Bereich sicher nicht im gleichen Umfang durchsetzen wie es im Fall von staatlichen Vorgaben der Fall gewesen w√§re.

Ob die in England vorgesehenen Maßnahmen fruchten werden, bleibt abzuwarten. Ab 2020, mutmaßt die britische Regierung, könnten sich erste Verbesserungen zeigen.

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verfasst von am 20. Oktober 2011 um 07:16

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Ein Kommentar zu “Vorerst keine Fettsteuer f√ľr die Briten”

  1. Sebastian sagt:

    Es wird mal Zeit, dass diesbzgl. die USA aufwacht und was gegen ihre hausgemachte Volkskrankheit macht. Dort sehe ich die Entwicklungen wesentlich dramatischer.

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