Was (nicht) beim Abnehmen hilft

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 2. April 2015

Wer einen nahestehenden Menschen beim Abnehmen unterst√ľtzen m√∂chte, braucht vor allen Dingen eines: Fingerspitzengef√ľhl. Viel wichtiger als Kritik und gute Ratschl√§ge sind Signale der Akzeptanz.

Menschen mit √úbergewicht machen sich zwar h√§ufig Sorgen um ihre Gesundheit, dennoch f√§llt es ihnen schwer abzunehmen. In einer kanadischen Studie wurde nun untersucht, wie enge Bezugspersonen ‚Äď dazu z√§hlten Eltern, Freunde und Partner ‚Äď Studentinnen mit √úbergewicht beim Abnehmen unterst√ľtzen k√∂nnen.

Zu Beginn der Studie wurden alle Teilnehmerinnen gewogen und aus K√∂rpergr√∂√üe und K√∂rpergewicht der Body Mass Index (BMI) bestimmt. Der BMI¬† aller Studentinnen lag zwar noch im normalen Bereich, allerdings kurz unterhalb der Grenze zur Adipositas. Da sich viele der Frauen Sorgen wegen ihres √úbergewichts machten, lag die Vermutung nahe, dass sie dar√ľber mit nahestehenden Personen sprachen. F√ľnf Monate nach dem Beginn der Studie wurden daher alle Probandinnen gefragt, wie h√§ufig und auf welche Weise √ľber dieses Thema gesprochen wurde. Drei Monate sp√§ter wurden die Probandinnen erneut gewogen und die Ver√§nderung des Gewichts bestimmt.

Die Ergebnisse sprechen f√ľr sich: Frauen, die h√§ufig wegen ihres K√∂rpergewichts kritisiert wurden und viele gute bzw. gut gemeinte Ratschl√§ge zum Abnehmen erhielten, daf√ľr aber nur selten Signale von Akzeptanz empfingen (zum Beispiel ein ‚ÄěIch mag dich, wie du bist!‚Äú), hatten nicht abgenommen, sondern sogar durchschnittlich zwei Kilogramm zugenommen. Andere, die Komplimente f√ľr ihr gutes Aussehen erhalten hatten, machten sich weniger Sorgen um ihr Gewicht als zu Studienbeginn und hatten sogar ein halbes Kilogramm abgenommen.

Wir alle kennen Leute, die uns auf eine Gewichtszunahme aufmerksam machen oder anbieten, uns beim Abnehmen zu helfen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Kommentare unangebracht sind„, meint die an der Studie beteiligte Assistenzprofessorin Christine Logel von der Universit√§t Waterloo. Die Studie sei ein gutes Beispiel daf√ľr, so Logel weiter,¬† wie das GefuŐąhl, von geliebten Menschen akzeptiert zu werden, die Gesundheit f√∂rdern kann. Logel und ihre Kollegen gehen davon aus, dass psychischer Druck den ohnehin besorgten Frauen nicht hilft. Stattdessen wird eine Gewichtsabnahme gef√∂rdert, wenn sie sich um ihr Gewicht weniger Sorgen machen und sich von Anderen akzeptiert f√ľhlen. Man kann vermuten, dass diese Frauen h√§ufiger k√∂rperlich aktiv sind, sich gesundheitsbewusster ern√§hren, weniger (Gewichts-)Stress haben und daher ihr K√∂rpergewicht besser kontrollieren k√∂nnen.

Quellen einblenden

verfasst von am 2. April 2015 um 06:08

Was ist das?

DEBInet-Ern√§hrungsblog - √ľber uns

Unsere Autoren schreiben f√ľr Sie √ľber Aktuelles und Wissenswertes aus Ern√§hrungswissenschaft und Ern√§hrungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich f√ľr das Thema "Ern√§hrung" interessieren.

Sie k√∂nnen sich die Beitr√§ge per Newsletter zuschicken lassen oder diese √ľber RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

F√ľr die Schriftenreihe der Gesellschaft f√ľr Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (GRVS) wurden 222 unserer Blog-Artikel ausgew√§hlt. Das dabei entstandene Ern√§hrungs-Lesebuch ist 2017 im Pabst Science Publishers Verlag erschienen und steht Ihnen hier kostenlos zum Download zur Verf√ľgung

Der "DEBInet-Ernährungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2019 Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

3 Kommentare zu “Was (nicht) beim Abnehmen hilft”

  1. Anja sagt:

    Sehr gute Tipps und ein interessanter Artikel, damit kann ich hoffentlich mal meine Schwester motivieren ūüėÄ :*
    Feedback folgt ^^

  2. Jan sagt:

    Vielen Dank f√ľr den sehr interessanten Artikel Christina!

    Um dauerhaft gesund abzunehmen ist es meiner Meinung nach super wichtig, sich ein genaues und vor allem langfristiges Ziel ( „Ich wiege am 1.1.2016 80kg“) zu setzen. Dann sollte man sich f√ľr jede Woche Meilensteine festlegen und diese genau kontrollieren. Oder noch besser: vom Partner oder Kumpel kontrollieren lassen! ūüėČ

    Mir hat es au√üerdem immer sehr geholfen, wenn ich mir meine Beweggr√ľnde zu meinen Zielen aufgeschrieben habe: Warum m√∂chte ich eigentlich 80kg wiegen? Warum m√∂chte ich eigentlich schlanker sein? Die ehrlichen Antworten auf diese Fragen waren meine Motivation, um auch an den schwierigen Tagen durchzuhalten.

    Beste Gr√ľ√üe aus Hannover

    Jan

  3. Leicht Abnehmen sagt:

    Ich k√∂nnte mich selbst ohrfeigen. Ich hatte in letzter Zeit versucht meinen zum ABnehmen zu motivieren, doch dabei habe ich wohl alles falsch gemacht was man wohl falsch machen kann. Das Ergebnis spricht ja auch f√ľr sich. Er hat kein einziges Kilo abgenommen. Dieser Beitrag hat mir die Augen ge√∂ffnet. Danke,, ich werde jetzt meine Vorgehensweise ab√§ndern. Wenns funktioniert, sage ich nochmals bescheid wie es geklappt hatte. Danke daf√ľr. LG

Kommentar abgeben zu: Jan