Was wollen wir essen?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 16. Januar 2014

Gibt es f√ľr jede Lebensphase DAS passende Produkt? W√ľnschen wir uns das √ľberhaupt? Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG hat zusammen mit dem rheingold institut untersucht, inwiefern spezifische Lebensabschnittsthemen die Erwartungen und Anspr√ľche von Verbrauchern gegen√ľber Lebensmitteln beeinflussen.

Supermarkt
© Simon Shek

Beim Kauf von Lebensmitteln ist der eigene Lebensabschnitt f√ľr viele Verbraucher nicht relevant. Eine st√§rkere Ausrichtung des Lebensmittelangebots auf verschiedene Lebensphasen ‚Äď was von Marktstrategen h√§ufiger empfohlen wird ‚Äď wird von den Verbrauchern sogar mehr als pers√∂nliche Einengung denn als Zugewinn empfunden. Was bewog die 50 Verbraucherinnen und Verbraucher, die im Rahmen der Studie psychologisch vertiefend zu ihrer aktuellen Ern√§hrungswirklichkeit und ihrer Ern√§hrungsbiografie befragt wurden, zu dieser Antwort? Die Vorstellung, sich dann den Einkaufswagen lebensphasengerecht f√ľllen zu m√ľssen, ist vielen unangenehm. Der moderne Konsument m√∂chte immer die M√∂glichkeit haben, sich ver√§ndern und verwandeln zu k√∂nnen. Interessanterweise besteht gerade in der √§lteren Bev√∂lkerung eine gro√üe Abneigung dagegen, sich auf ‚Äěalte‚Äú Rollenmodelle festlegen zu m√ľssen. Generell sch√§tzen Verbraucher das breite Lebensmittelangebot. Sie m√ľssen zwar mitunter altersbedingt Ern√§hrungsgewohnheiten ver√§ndern, phasenspezifische Spezialprodukte sind ihrer Meinung nach daf√ľr jedoch nicht erforderlich.

Unabh√§ngig vom Alter w√ľnschen sich viele Verbraucher schnell zu verzehrende und dennoch gesunde Produkte. Im modernen Ern√§hrungsalltag werden punktgenau zu dosierende Lebensmittel besonders gesch√§tzt, seien es wiederverschlie√übare Verpackungen, ‚ÄěKammersysteme‚Äú oder Produkte, die portionsweise entnommen werden k√∂nnen.

Regionalfenster
© BMELV

Angesichts des √úberflusses an Lebensmitteln und unz√§hligen verschiedene Varianten suchen Verbraucher inzwischen nach Orientierung. Deshalb spielt die Informationsgestaltung auf der Lebensmittelverpackung eine zentrale Rolle. Deutlich wird dies beispielsweise am Trend zu mehr „Regionalit√§t„: Der Begriff spricht j√ľngere wie √§ltere Konsumenten an, indem er die weit verbreitete Sehnsucht nach Vertrauen und √úberschaubarkeit aufgreift.

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie widersprechen dem klassischen Zielgruppen-Denken, wonach bestimmte soziodemographische Eigenschaften (unter anderem Alter, Lebensphase und Sozialstatus) unser Einkaufsverhalten bestimmen und damit auch vorhersagbar machen. Wir erhalten Einblick in eine Realit√§t, in der Einkaufsentscheidungen v√∂llig unabh√§ngig und sogar kontr√§r zu Merkmalen wie Alter und Lebensphasen verlaufen, weil sie durch unbewusste Selbstentw√ľrfe oder Verwandlungsw√ľnsche der Konsumenten bestimmt werden.

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verfasst von am 16. Januar 2014 um 09:39

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