Wohlstandsleiden Lebensmittelallergie?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 27. April 2011

Immer mehr Menschen sind von Lebensmittelallergien betroffen. Fachleute gehen davon aus, dass derzeit in Deutschland ca. 3,5 Prozent der Erwachsenen und sogar mehr als 5 Prozent der Kinder darunter leiden. Auch wenn der Anteil der Betroffenen in anderen europ√§ischen L√§ndern (z. B. D√§nemark, Griechenland) zum Teil geringer ist, summiert sich die Zahl der Allergiepatienten in Europa auf ca. 17 Millionen Menschen ‚Äst mit steigender Tendenz. Schuld an der Zunahme der Erkrankung sind wahrscheinlich die ver√§nderten Lebensbedingungen, Ern√§hrungsgewohnheiten sowie Umwelteinfl√ľsse.

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© Allie_Caulfield

Besonders drastisch ist die zunehmende H√§ufigkeit von Allergien bei Kindern bis f√ľnf Jahren: In den letzten zehn Jahren hat sich ihre Anzahl verdoppelt. Ein Erkl√§rungsansatz daf√ľr ist, dass Kinder heutzutage m√∂glichen Allergie ausl√∂senden Stoffen aus der Umwelt weniger ausgesetzt als fr√ľher, so dass das kindliche Immunsystem nicht lernt, zwischen „sicheren“ und „potentiell gef√§hrlichen“ Verbindungen zu unterscheiden. Die Folge sind Abwehrreaktionen des K√∂rpers auf Proteine (Eiwei√üverbindungen), die der menschliche K√∂rper eigentlich gut vertragen sollte.

Hinzu kommt, dass im kindlichen Verdauungstrakt bestimmte Eiwei√üe aus der Nahrung noch nicht so gut aufgespalten werden. Au√üerdem ist die Schleimhaut bei Kindern noch durchl√§ssiger f√ľr gr√∂√üere Eiwei√ümolek√ľle. Beides gemeinsam bewirkt, dass kleinere Aminos√§ureketten, sogenannte Peptide, in den Kreislauf eindringen und dort allergische Reaktionen ausl√∂sen k√∂nnen. H√§ufig verschwinden allergische Unvertr√§glichkeiten bei Kindern allerdings mit dem Wachstum. Deshalb wird in dieser Altersgruppe empfohlen, Allergietests in regelm√§√üigen Abst√§nden (etwa alle ein bis zwei Jahre) zu wiederholen.

Am besten ist es aber immer noch, wenn Allergien erst gar nicht entstehen. Hier lassen sich bereits in der fr√ľhesten Kindheit einige Weichen stellen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder, die mindestens vier Monate voll gestillt wurden, seltener an Allergien erkranken. Das Meiden h√§ufiger Allergie ausl√∂sender Lebensmittel wie Fisch oder H√ľhnerei w√§hrend der Stillzeit und in der Beikost, konnte das Allergierisiko der Kinder hingegen nicht senken. Stattdessen wird eine ausgewogene, gesunde und abwechslungsreiche Ern√§hrung mit reichlich Gem√ľse und Obst empfohlen. Die darin enthaltenen Antioxidantien scheinen der Entstehung von Allergien entgegen zu wirken. Auch Vitamin D, das vom K√∂rper bei Sonnenbestrahlung selbst gebildet werden kann und bei Kleinkindern h√§ufig zur Rachitisprophylaxe gegeben wird, kann m√∂glicherweise das Risiko einer Erkrankung reduzieren. Aber nicht nur die Ern√§hrung kann das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Auch der Einfluss von Tabakrauch ist nicht zu untersch√§tzen. Dies ist ein weiterer wichtiger Grund daf√ľr, weshalb in Gegenwart von Kindern nicht geraucht werden sollte.

verfasst von am 27. April 2011 um 07:39

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Ein Kommentar zu “Wohlstandsleiden Lebensmittelallergie?”

  1. Ich habe heute gelesen das eine Vermeidung von Zigarettenrauch (aktiv und passiv) sowie eine ausgewogene Ern√§hrung das Allergierisiko f√ľr das Kind um bis zu einem Drittel reduzieren kann!

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