Zuckersteuer in Großbritannien: Erfolg mit Nebenwirkung

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 15. Mai 2018

Bereits vor Inkrafttreten der Steuer auf stark gezuckerte Limonaden in Gro√übritannien haben viele Hersteller deren Zuckergehalt reduziert. H√§ufig wurde dies allerdings dadurch erreicht, dass Zucker durch S√ľ√üstoff ausgetauscht wurde, kritisiert die Verbraucherorganisation Foodwatch.

Seit Anfang April werden Hersteller von Limonaden, deren Zuckergehalt 5 Gramm pro 100 Milliliter √ľbersteigt, in Gro√übritannien zus√§tzlich steuerlich belangt. Ab einem Gehalt von √ľber 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter Getr√§nk wird sogar ein noch h√∂herer Steuersatz f√§llig. Viele Getr√§nkehersteller haben bereits in der zweij√§hrigen √úbergangsfrist vor Inkrafttreten der Steuer reagiert und den Zuckergehalt ihrer Getr√§nke entsprechend reduziert. In der britischen Fanta sind beispielsweise mittlerweile lediglich 4,6 Gramm Zucker statt urspr√ľnglich 6,9 Gramm pro 100 Milliliter enthalten, in Sprite sogar nur noch 3,3 Gramm anstelle von 6,6 Gramm. Zum Vergleich: In Deutschland enthalten beide Produkte derzeit 9 Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Auch die Getr√§nke des britischen Branchenzweiten Britvic, des Orangina-Herstellers Lucozade Ribena Suntory, von Nestl√© und den Handelsunternehmen Tesco und Lidl enthalten mittlerweile in Gro√übritannien weniger Zucker.

Diese positive Entwicklung hat allerdings einen Haken. Denn anstatt den S√ľ√ügeschmack der Produkte zu verringern, w√§hlen viele Hersteller den wahrscheinlich f√ľr die Kunden weniger sp√ľrbaren Weg und ersetzen Zucker durch vergleichbare Mengen an S√ľ√üstoff. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert, dass damit die Intention, junge Menschen nicht an den starken S√ľ√ügeschmack zu gew√∂hnen, untergraben wurde.

„Das Beispiel Gro√übritannien zeigt: Herstellerabgaben auf Zuckergetr√§nke entfalten eine deutliche Lenkungswirkung und k√∂nnen zu einer drastischen Zuckerreduktion f√ľhren“, fasst Foodwatch-Vertreterin Luise Molling zusammen. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern von Foodwatch fordert sie die Bundesregierung auf, auch hierzulande eine Herstellerabgabe auf √ľberzuckerte Getr√§nke einzuf√ľhren und Obst und Gem√ľse von der Mehrwertsteuer zu befreien. W√§hrend stark zuckerhaltige Getr√§nke nachweislich die Entstehung von √úbergewicht und Typ-2-Diabetes f√∂rdern, gilt der Konsum von Obst und Gem√ľse als pr√§ventiv. Um ein Ausweichen der Hersteller auf S√ľ√üstoffe zu vermeiden, sollte die neue Abgabe diese ausdr√ľcklich mit umfassen, so Foodwatch.

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verfasst von am 15. Mai 2018 um 08:40

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2 Kommentare zu “Zuckersteuer in Gro√übritannien: Erfolg mit Nebenwirkung”

  1. Ich finde grunds√§tzlich m√ľssen wir selber entscheiden d√ľrfen was wir essen, trinken und genie√üen, jedoch sollte in jedemfall das verschleiern, verharmlosen aufh√∂ren, Frage mich ob noch soviel Cola getrunken wird wenn es einen Warnhinweis gebe, das eben Zucker gesundheitliche Probleme verursachen kann. Mal schauen wer noch Cola trinkt wenn es heisst, sie trinken jetzt 30 W√ľrfel zucker
    Andreas

  2. Marianne sagt:

    @Andreas:
    Sehe ich ähnlich, Verbote braucht es in dem Bereich echt nicht, denn es wird schon genug reguliert und geregelt.
    Eine klarere und deutlichere Kennzeichnung w√§re aber umso wichtiger. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es wirklich Menschen gibt, die Cola, statt Wasser trinken. Also jeden Tag und immer! Cola ist deren Fl√ľssigkeitsaufnahme und nichts anderes. Wenn dann noch Kinder so aufwachsen, ist nat√ľrlich relativ klar, wohin die Reise geht.
    Gut, ob in solchen H√§rtef√§llen dann eine Kennzeichnung √ľberhaupt was bringen w√ľrde, ist nat√ľrlich auch die Frage…

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