Zum Wegwerfen viel zu schade

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 29. Juni 2011

Rund 80 kg Lebensmittel, entsprechend 21 Prozent der gekauften Lebensmittel, werden in Deutschland pro Person und Jahr unverzehrt weggeworfen. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kam eine Studie, die anlässlich der SaveFood Tagung der Interpack, der größten Verpackungsmesse Deutschlands, vorgestellt wurde.

F√ľr die Studie wurden 1500 Teilnehmer aus Privathaushalten in Deutschland, Frankreich und Spanien zu ihrem Einkaufsverhalten, der Lagerung und Zubereitung von Lebensmitteln befragt. Au√üerdem protokollierten die Teilnehmer eine Woche lang, wie viele Lebensmittel sie entsorgten. Die Untersuchung war hinsichtlich Haushaltsgr√∂√üe, Gr√∂√üe von Stadt und Region sowie sozialem Status repr√§sentativ f√ľr die Gesamtbev√∂lkerung.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Die Entsorgung von mehr als der H√§lfte der in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel k√∂nnte bei besserer Planung des Einkaufs und sachgerechter Aufbewahrung umgangen werden.
  • Von den eingepackten Lebensmitteln wird ca. ein Drittel unge√∂ffnet oder g√§nzlich unber√ľhrt in den M√ľll geworfen.
  • An erster Stelle der entsorgten Lebensmittel stehen Obst und Gem√ľse, gefolgt von Resten selbst zubereiteter Speisen oder Fertiggerichte.
  • Hochgerechnet auf ganz Deutschland enden pro Jahr Lebensmittel im Wert von ca. 25 Milliarden Euro im M√ľll.
M√ľlltonne
© edelstahltechnik

Angesichts der großen Zahl an Menschen weltweit, die Hunger leiden, sind diese Zahlen erschreckend. Doch nicht nur in privaten Haushalten werden Lebensmittel weggeworfen. Die Verschwendung beginnt bereits bei Überproduktionen in der Erzeugung von Lebensmitteln und setzt sich in Lebensmittelgeschäften fort: Viele Frischwaren können nur einen oder wenige Tage lang verkauft werden. Bleiben am Abend Reste, werden sie entsorgt und am nächsten Morgen wird neue Ware nachgeliefert.

Auch nicht abgepackte Brot- und Backwaren lassen sich meist nur am Tag der Herstellung verkaufen. Da Kunden auch noch kurz vor Ladenschluss eine Auswahl dieser kurzlebigen Produkte vorfinden m√∂chten, m√ľssen Reste bleiben. In Gro√üb√§ckereien wird altbackenes Brot teilweise schon zum Befeuern von √Ėfen verwendet, um M√ľll zu vermeiden. Andere Produkte wie Milch, Joghurt oder abgepackte Wurst haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Wird dieses Datum √ľberschritten, sind sie nur noch bedingt verk√§uflich. Manchmal befindet sich im K√ľhlregal eine Kiste mit Waren, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen und deshalb g√ľnstiger angeboten werden. Hier kann man durchaus Schn√§ppchen machen, vorausgesetzt, dass das Lebensmittel bald verzehrt wird.

Auf das Wegwerfverhalten in Supermärkten hat der Verbraucher nur begrenzten Einfluss. Schätzungen zufolge könnten aber ca. 59 Prozent der Lebensmittelabfälle in Privathaushalten vermieden werden. Aktuell unterschätzen allerdings viele Verbraucher den Anteil von Lebensmitteln, die in ihrem Haushalt weggeworfen werden: Laut der vorgestellten Studie werden durchschnittlich 21 Prozent der eingekauften Lebensmittel entsorgt, die Befragten selbst schätzten diesen Anteil allerdings auf lediglich sechs Prozent. Hier besteht durchaus Verbesserungspotential hinsichtlich des Kauf- und Verzehrsverhaltens der Verbraucher.

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verfasst von am 29. Juni 2011 um 06:02

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Ein Kommentar zu “Zum Wegwerfen viel zu schade”

  1. Thomas sagt:

    Die 80 kg Lebensmittverschwendung je Person werden mittlerweile vielfach angezweifelt.

    Mir erscheint diese Zahl auch zu hoch zu sein – vor allem, wenn ich mein eigenes Verhalten betrachte.

    Allerdings wird damit eine ganz interessante und wichtige Diskussion √ľber Lebensmittelverschwendung angesto√üen.

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