Magen-Darm-Erkrankungen - Magenkrebs

Definition

Beim Magenkrebs (Magenkarzinom) handelt es sich um eine bösartige Geschwulst der Magenschleimhaut, die sich in tiefere Schichten der Magenwand ausbreiten kann. Das Karzinom kann im Laufe der Entwicklung auch Nachbarorgane und Lymphknoten befallen.

Häufigkeit

Magenkarzinome treten global in unterschiedlicher H√§ufigkeit auf. In den westlichen Industriel√§ndern hat das Auftreten in den letzten Jahren stark abgenommen, w√§hrend es z.B. in Japan weiterhin sehr h√§ufig ist. Vermutlich sind Ern√§hrungsfaktoren daf√ľr verantwortlich. Als magenkrebsbeg√ľnstigend werden eine schlechte Lebensmittelhygiene, ein hoher Verzehr an gesalzenem, gep√∂keltem und ger√§uchertem Fleisch und Fisch und ein hoher Kochsalzkonsum angesehen.

Ursachen

Grundsätzlich wirken solche Faktoren magenkrebsfördernd, die das Abwehrsystems des Magens schwächen, die Durchblutung des Magens herabsetzen oder die Magensaftbildung und -sekretion reduzieren.

Die chronische Gastritis (vor allem Typ B) gilt als Vorbote des Magenkarzinoms, da durch sie die Magensaftsekretion reduziert wird und dadurch eine Besiedlung mit Keimen erleichtert wird.

Lebensmittelhygiene

Bei mangelnder Lebensmittelhygiene wird die Besiedlung der Magenschleimhaut mit dem Keim Helicobacter pylori beg√ľnstigt, woraus dann eine chronische Gastritis entstehen kann.

Geräucherte Lebensmittel

Die Teerbestandteile, die sich beim R√§uchern von Fisch und Fleisch auf den Lebensmitteln niederschlagen, haben ein starkes krebserregendes Potential. Heutige R√§ucherverfahren laufen jedoch schonender ab als fr√ľher, bei Temperaturen zwischen 600 und 700 ¬įC, wodurch Kanzerogene wie z.B. Benzpyrene in geringerem Ausma√ü gebildet werden.

Nitrat / Nitrit

Bei unzureichender Magensaftsekretion können sich verstärkt solche Keime ansiedeln, die das mit der Nahrung aufgenommene Nitrat in Nitrit umwandeln, aus dem dann die stark krebserregenden Nitrosamine gebildet werden können. Gepökelte Lebensmittel weisen einen hohen Nitritgehalt auf. Außerdem enthalten sie viel Salz, das gleichermaßen die Bildung von Magenkrebs fördern kann.

Kochsalz

Eine sehr salzreiche Ern√§hrung beg√ľnstigt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Magenkarzinomentstehung, vor allem durch die Bildung einer chronischen Gastritis im Vorwege. In solchen L√§ndern, in denen sehr salzreich gegessen wird, wie in Japan und China, ist die Magenkrebsh√§ufigkeit am h√∂chsten.

Weitere Risikofaktoren

  • andere Magenerkrankungen
  • Entfernung eines Teil des Magens

Symptome

Die Beschwerden √§hneln denen des Magengeschw√ľrs:

  • Gewichtsabnahme
  • Leibschmerzen
  • Erbrechen
  • V√∂llegef√ľhl
  • Nahrungsverweigerung

Die Symptome sind jedoch zu Beginn meist gering und uncharakteristisch, so dass die Diagnose oft sehr sp√§t gestellt wird und die √úberlebensrate dann eher gering ist. Besser w√§re es, das so genannte Fr√ľhkarzinom zu erkennen, das aber noch kaum Symptome zeigt.

Risiken / Komplikationen

Da im Zuge des Tumorwachstums auch benachbarte Organe betroffen werden k√∂nnen, kann auch deren Funktion gest√∂rt werden. Es kann weiterhin zum Verschluss oder zum Er√∂ffnen von Gef√§√üen (Blutung), zu Verengungen und Durchbr√ľchen im Magen-Darm-Trakt und zu einer gest√∂rten N√§hrstoffaufnahme kommen.

Sehr gef√§hrlich sind sogenannte Metastasen (Tochtergeschw√ľlste), die sich an anderen Organen (hier vor allem an Lymphknoten) bilden und dort weiterwachsen.

Therapie

Die einzige Therapie des Magenkarzinoms ist die partielle oder vollständige Entfernung des Magens.

Prävention durch Ernährung

Der Entstehung von Magenkrebs kann durch die Ern√§hrung vorgebeugt werden. Vitamin C und Vitamin E hemmen die Bildung von Nitrosaminen im Magen, die ja ma√ügebliche Risikofaktoren f√ľr die Krankheit darstellen. Ebenso scheint Beta-Carotin der Tumorentstehung entgegenzuwirken.

Zur Prävention von Magenkrebs sollte also:

  • eine optimale Versorgung mit den Vitaminen C und E, sowie mit Beta-Carotin durch einen hohen Obst- und Gem√ľseverzehr sichergestellt werden,
  • der Verzehr von gesalzenen, gep√∂kelten und ger√§ucherten Lebensmitteln (z.B. Speck, Schinken, Kassler, P√∂kelfleisch, R√§ucherfisch) reduziert werden,
  • insgesamt der Kochsalzkonsum eingeschr√§nkt werden (Tipps zur kochsalzarmen Ern√§hrung),
  • eine gute Lebensmittelhygiene gew√§hrleistet sein.