Sekundäre Pflanzenstoffe - Positive Wirkungen
Einleitung
Der Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet der sekundären Pflanzenstoffe hat sich in den letzten 20 Jahren verlagert. Dadurch ist auch die Bedeutung dieser Substanzen gestiegen. Es erfolgte eine Neubewertung der gesundheitlichen Bedeutung von sekundären Pflanzenstoffen und somit auch die Einführung der Bezeichnungen als protektive und gesundheitsfördernde Substanzen.
Dies ist ein Grund für die momentan fortschreitende Entwicklung von Produkten, deren Vermarktung sich nicht nur auf den Aspekt der Bedarfsdeckung, sondern vielmehr hinsichtlich ihrer gesundheitsfördernden Wirkungen (durch Anwesenheit solcher bioaktiver Stoffe) konzentriert. Als Beispiel ist hier das Konzept des sog. Functional Food zu nennen, das jedoch bisher nur in Japan einer gesetzlichen Grundlage unterliegt.
Wirkungen
Dass Pflanzen über gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe verfügen, ist aber schon schon lange bekannt. Sie spielen deshalb traditionell nicht nur in der Ernährung, sondern auch in der Therapie von Krankheiten eine Rolle.
Auch heute gibt es noch Naturvölker, bei denen bestimmte Pflanzen einen Heilcharakter haben und die deshalb bewusst als Medizin eingesetzt werden.
Die prophylaktischen und therapeutischen Wirkungen der Pflanze sind auf eine Vielfalt von Sekundären Pflanzenstoffen zurückzuführen; gesundheitsfördernde Wirkungen können z.B. sein:
- anticancerogen (krebshemmend)
- antimikrobiell
- antioxidativ
- antithrombotisch (einer Thrombose entgegenwirkend, Blut-verflüssigend, Blutgerinnungs-hemmend)
- immunmodulierend (das Immunsystem beeinflussend)
- entzündungshemmend
- Blutdruck-beeinflussend
- Cholesterinspiegel-senkend
- Blutglucose-beeinflussend
- verdauungsfördernd
Den vielfältigen sekundären Pflanzenstoffen werden gruppenspezifisch unterschiedliche Wirkungen zugesprochen.
| Hinweise für folgende Wirkungen | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | |
| Carotinoide | x | x | x | x | ||||||
| Phytosterine | x | x | ||||||||
| Saponine | x | x | x | x | ||||||
| Glucosinolate | x | x | x | |||||||
| Polyphenole | x | x | x | x | x | x | x | x | ||
| Protease-Inhibitoren | x | x | ||||||||
| Monoterpene | x | x | ||||||||
| Phytoöstrogene | x | x | ||||||||
| Sulfide | x | x | x | x | x | x | x | x | x | |
- A = anticancerogen
- B = antimikrobiell
- C = antioxidativ
- D = antithrombotisch
- E = immunmodulierend
- F = entzündungshemmend
- G = Blutdruck-beeinflussend
- H = Cholesterin-senkend
- I = Blutzucker-beeinflussend
- J = verdauungsfördernd
Quelle: mod. nach Watzl B, Leitzmann C., 1999
Angesichts der derzeitigen Situation in den Industrieländern, in denen ernährungsabhängige Krankheiten weit verbreitet sind, erscheint es sinnvoll, der Erforschung des Wirkungsspektrums solcher Substanzen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken, da sie einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheitssituation sowie zur Prävention von Krankheiten leisten können.
Trotz der Vielzahl von positiven Wirkungen sollte auch bedacht werden, dass eine gewünschte Wirkung nur unter Berücksichtigung einer Reihe von Maßnahmen (z.B. Erhöhung der Gemüse- und Obstaufnahme) und bei kontinuierlicher Aufnahme dieser Substanzen zu erwarten ist. Es muss auch erwähnt werden, dass es sich bei den genannten Wirkungen vor allem um Rückschlüsse aus tierexperimenteller und epidemiologischer Studien handelt und weiterhin noch ein großer Forschungsbedarf besteht.




