Alternative Ernährungsformen - Fastenkuren und Formula-Diäten

Fastenkuren

Prinzip

Fasten wurde früher als Reinigung des Körpers und der Seele angesehen und wurde ursprünglich aus religiösen Gründen durchgeführt. Heute wird das Fasten meist als Maßnahme zur sogenannten "Entschlackung" betrachtet. Es soll zur Vorbeugung und Behandlung aller möglichen Krankheiten durchgeführt werden.

Es werden folgende Fastensmethoden unterschieden:

Totales Fasten: Nur energiefreie Getränke (z.B. Wasser, ungesüßter Tee und Kaffee) sind erlaubt.

Modifiziertes Fasten/ Formula-Diäten: Hier werden pulverisierte Nährstoffkonzentrate verabreicht, die Eiweiße, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und essentielle Fettsäuren enthalten.

Saftfasten nach Buchinger: Hierbei wird in ein bis drei Tagen stufenweise die Nahrungszufuhr reduziert. Danach dürfen nur noch Obst- und Gemüsesäfte sowie warme Gemüsebrühe und Kräutertee mit Honig aufgenommen werden. Eine Wasserzufuhr von mindestens 1,5 bis 2 Liter wird empfohlen. Im Anschluss an das Fasten wird eine Aufbaukost gegeben.

Bewertung

Bislang bleibt das Fasten den Nachweis schuldig, präventiv oder heilend zu wirken. Im gesunden Körper gibt es keine Ansammlung von sogenannten "Schlacken". Nicht verwertbare Stoffe werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über die Nieren ausgeschieden.

Die verschiedenen Fastenmethoden enthalten mit 0-300 kcal. zu wenig Energie. Es wird nur eine kurzfristige Gewichtsabnahme erreicht. Ein Langzeiterfolg ist nicht zu erwarten. Die DGE empfiehlt für eine Reduktionsdiät mindestens 1200 kcal. täglich. Für therapeutische Zwecke kann Fasten jedoch geeignet sein.

Totales Fasten sollte nur stationär unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Reichliche Flüssigkeitszufuhr (2 bis 3 l pro Tag) und die Gabe von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten sind Voraussetzung, um keinen Mangel an essentiellen Nährstoffen zu riskieren und die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten zu gewährleisten.

Schroth-Kur

Prinzip

Sie wurde von dem Fuhrmann Johann Schroth als natürliche Heilmethode entwickelt. Er kurierte damit seine Knieverletzung. Sie zählt zu den Methoden des Heilfastens. Es handelt sich um eine fett-, eiweiß- und kochsalzarme Kost. Sie wird zur Behandlung von Rheuma, Gicht, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einigen Kureinrichtungen eingesetzt.

Die Kost besteht aus Reis-, Grieß- und Haferspeisen. Trockene, ungesalzene Brötchen können täglich in unbegrenzter Menge gegessen werden. Kräuterwein und Pflaumen sollen die Darmtätigkeit regulieren.

Außerdem erfolgt ein Wechsel zwischen Trocken- und Trinktagen. Drei Trockentage, an denen höchstens 1/8 Liter Wein zugelassen wird, wechseln mit je zwei "kleinen" und "großen" Trinktagen ab, an denen zwischen 1/2 und einem Liter Wein getrunken werden darf. Wasser und Fruchtsäfte sind verboten. Der Wasserverlust wird durch Schwitzkuren und Sonnenbäder unterstützt.

Bewertung

Die Schroth-Kur ist eine sehr einseitige Kostform. Vor allem die drastische Flüssigkeitseinschränkung und der fast ausschließliche Verzehr von trockenen Brötchen können zu einem Eiweiß-, Vitamin- und Mineralstoffmangel führen. Für Menschen, die Probleme mit dem Kreislauf haben, ist die Belastung durch Alkohol und Schwitzkuren gefährlich.

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Literatur