Essverhalten - Durst

Es werden verschiedene Typen des Trinkverhaltens unterschieden, die sich in die zwei Hauptkategorien

  • hom√∂ostatisches Trinken und
  • nichthom√∂ostatisches Trinken

einteilen lassen.

Homöostatisches Trinken

Beim hom√∂ostatischen Trinken wird der Wasserhaushalt des K√∂rpers nach Fl√ľssigkeitsentzug oder -verlust wieder hergestellt. Fl√ľssigkeit wird aufgenommen, um die Konzentration der gel√∂sten Stoffe im Blutplasma sowie das Gesamtvolumen an Blutplasma aufrechtzuerhalten.

Man unterscheidet zwei Formen des homöostatischen Trinkens:

  1. Trinken nach extrazellul√§rem Fl√ľssigkeitsverlust, also nach einem Wasserverlust au√üerhalb der Zelle.
  2. Trinken nach intrazellul√§rem Fl√ľssigkeitsverlust, also nach einem Wasserverlust innerhalb der Zelle.

Es gibt verschiedene Ursachen, die den Sollwert des Fl√ľssigkeitsgehalts in einem der beiden R√§ume st√∂ren. Durch Trinken kann das Optimum wiederhergestellt werden. Da beide Fl√ľssigkeitsr√§ume in Interaktion stehen, wirkt sich eine Fl√ľssigkeitsaufnahme auch auf beide R√§ume aus. Sobald sich die Menge der extrazellul√§ren Fl√ľssigkeit erh√∂ht, sinkt die Ionenkonzentration. Durch die nun eintretende Osmose diffundiert das Wasser von der Au√üenseite zur Innenseite der Zellen, bis die Ionenkonzentration wieder ausgeglichen ist.

Theorien

Ein Wasserentzug verursacht physiologische Ver√§nderungen wie eine Absenkung des Blutdrucks und eine Steigerung der Natriumkonzentration im Blut. Ver√§nderungen im extrazellul√§ren Fl√ľssigkeitsraum werden durch Zellen in der Niere erfasst, woraufhin diese das Hormon Renin absondert. Kommt Renin mit Blut in Kontakt, wird das Hormon Angiotensin gebildet. Experimentell wurde gezeigt, dass eine erh√∂hte Konzentration von Angiotensin im Blut bei Wassermangel zu vermehrtem Trinken anregt. Durch diese Theorie bleibt jedoch das nichthom√∂ostatische Trinken unerkl√§rt.

Nichthomöostatisches Trinken

Die nichthom√∂ostatischen Trinktypen sind weitgehend durch Lernen beeinflusst. Um einem Mangel an Fl√ľssigkeit vorzubeugen, lernen Organismen, immer dann zu trinken, wenn Wasser verf√ľgbar ist.

Antizipatorisches Trinken

Durch das Trinken zu den Mahlzeiten beugen wir einem sp√§teren Bedarf an Wasser vor. Der unbewusst dahinter stehende Gedanke ist, dass eine Fl√ľssigkeitsaufnahme wichtig ist, da f√ľr die Verdauung Wasser gebraucht wird.

Hysterese

Unter einer Hysterese wird in der Wissenschaft das Zur√ľckbleiben einer Wirkung hinter den Ver√§nderungen der verursachenden Einflussgr√∂√üe verstanden. Bezogen auf das Trinken bedeutet dies, dass weiter getrunken wird, obwohl kein Wassermangel mehr besteht.