Essverhalten - Sinne

Allgemein

Bei der Nahrungsaufnahme werden die verschiedenen sensorische Systeme angesprochen. Während beim Essen und Trinken vor allem der Geschmacks- und Geruchssinn großen Einfluss nehmen, ist beim Kauf der Lebensmittel in erster Linie das, was visuell aufgenommen wird, von Bedeutung.

Aussehen

Für die Nahrungsauswahl ist vor allem das Aussehen der Lebensmittel entscheidend. Durch das Aussehen werden Geschmack, Verträglichkeit, Bekömmlichkeit und Frische eingeschätzt.

Die Bedeutung der Farben wird z.B. an dem Versuch mit Gummibärchen deutlich. Die Mehrzahl der Probanden ordnen den verschiedenen Farben bestimmte Geschmacksrichtungen zu, z.B. gelb und orange gleich Zitronengeschmack. Aufgrund dieser subjektiven Zuordnung werden bestimmte Farben dann bevorzugt. Wurden den Probanden jedoch die Augen verbunden, konnten die Farben nicht am Geschmack erkannt werden. Es zeigt sich also, dass lediglich die Farben aufgrund persönlicher Assoziation bevorzugt werden und nicht die Geschmacksnuancen.

Andere Versuche zeigten, dass die Präferenz bestimmter Lebensmittel stark abfiel, wenn man ihnen die typische Farbe entzog und sie anders einfärbte.

Ein Indiz für die Wichtigkeit der Farben sind auch die Bemühungen der Lebensmittelindustrie, appetitliche Farbeindrücke zu schaffen.

Textur

Auch die Textur der Lebensmittel hat großen Einfluss auf die Nahrungsmittelauswahl.

Die Wahrnehmung erfolgt durch die Veränderung der Konsistenz. Durch Beißen, Lutschen, Kauen, also der sinnlichen Erfassung, wird die Textur zerstört.

Empfindungen im Mund können in geometrische und mechanische Punkte unterteilt werden, wobei sich

  • geometrisch auf die äußerlich räumliche Form und
  • mechanisch auf die notwendige Kraft bei der Zerkleinerung der Speise beziehen.

Auch außerhalb des Mundes wird die Konsistenz der Lebensmittel erfasst. Sie wird durch Aussehen, Druck und Geräusche überprüft.

Im allgemeinen werden feste, knusprige, knackige, aber auch zarte, cremige und saftige Speisen gern gemocht. Welche Gruppe nun bevorzugt wird, ist auch von der Stimmungslage abhängig. Bei hart und weich ist entscheidend, um welches Produkt es sich handelt. Manchmal ist die Beschreibung positiv, manchmal negativ gemeint. Grundsätzlich negativ zu bewerten sind Umschreibungen wie schleimig, schmierig, nass, klumpig und zäh.

Symbolgehalt von Lebensmitteln

Der Symbolgehalt von Lebensmitteln ist noch nicht abschließend untersucht worden. Eine Vielzahl von Autoren haben die unterschiedlichen Symbole klassifiziert. Fasst man diese verschiedenen Klassifikationen zusammen, ergeben sich vier Symboldimensionen:

Sicherheit

Lebensmittel werden gegessen um wieder in ein emotionales Gleichgewicht zu gelangen. Sie dienen zur Abwehr von Angstzuständen.

Lust

Lebensmittel sollen einen Lustgewinn herbeiführen. Sie werden aufgrund ihres Aussehens, Geschmacks und Geruchs gewählt.

Geltung

Die gewählten Lebensmittel sollen die eigene gesellschaftliche Position unterstreichen. Sie werden als Attribute der eigenen Persönlichkeit aufgefasst.

Zugehörigkeit

Lebensmittel dienen der sozialen Identifikation. Sie sollen Gruppenkonformität und Interessensgleichheit verdeutlichen.

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Literatur