Karies - Ernährung

Bedeutung der Ernährung

Die Ernährung spielt sowohl bei der Kariesentstehung als auch bei der -prophylaxe eine entscheidende Rolle. Zum einen beeinflusst die Nahrungsauswahl den Zahnaufbau bzw. die Härtung der Zahnsubstanz und zum anderen hängen Lebensmittel, Plaquebildung und Speichelzusammensetzung eng zusammen.

Faktoren, die die Kariesentstehung fördern

Der wichtigste Faktor bei der Kariesentstehung ist der Kontakt der Nahrung mit den Zähnen. Untersuchungen haben ergeben, dass die Aufnahme von niedermolekularen Kohlenhydraten (z.B. Zucker) deutlich mit der Kariesentstehung korreliert.

Jedoch ist der Zuckerverzehr nicht alleine für die Misere verantwortlich.

Folgende beeinflussende Faktoren im Bereich Ernährung sind:

  • die Häufigkeit der Mahlzeiten (z.B. Zwischenmahlzeiten)
  • die Häufigkeit des Verzehrs (z.B. Dauerkonsum von gesüßtem Kindertee bzw. Fruchtsaft aus der Saugflasche)
  • die Einwirkungsdauer von Speisen und Getränken auf die Zähne
  • die Reihenfolge der verzehrten Nahrungsmittel (z.B. Süßes vor Herzhaftem)
  • Darbietungsform (z.B. Obstsaft - Obst)
  • Zusammensetzung und Konsistenz der Speisen (z.B. Honig = klebrig und bleibt gut an den Zähnen haften)

Kariogenität der Nahrung

Die Kariogenität ist das Vermögen eines Nahrungsmittels, Karies hervorzurufen. Die Kariogenität eines Nahrungsmittels hängt ab von:

der Art und Menge der enthaltenen vergärbaren Kohlenhydrate

Beispiel: Honig im Vergleich zu Vollkornbrot

Honig besteht ausschließlich aus "einfachen" und somit leicht vergärbaren Kohlenhydraten. Außerdem hat Honig eine klebrige Konsistenz und haftet somit gut an den Zähnen (langer Kontakt).

Fazit: Honig besitzt eine hohe Kariogenität.

Vollkorn besteht aus "Mehrfach- Kohlenhydraten", die nur langsam abgebaut werden und schlechter vergärbar sind. Ferner muss Vollkornbrot gründlich gekaut werden (vermehrte Speichelbildung), was sich wiederum günstig auf die Zähne auswirkt.

Fazit: Vollkornbrot hat eine niedrige Kariogenität.

Konsistenz und Zusammensetzung eines Nahrungsmittels

Nahrungsmittel von klebriger oder zäher Konsistenz (z.B. Apfeldicksaft oder Sahnekaramellen) haften an den Zähnen und sind deshalb besonders kariogen. Auch zuckerhaltige Nahrungsmittel wie Bananen oder Süßigkeiten sind kariogener als eiweißhaltige Lebensmittel wie z.B. Fisch oder Fleisch. Diese besitzen keine Kariogenität.

Verweildauer eines Nahrungsmittels im Mundraum

Klebrige Lebensmittel und solche von zäher Konsistenz verweilen lange im Mund, besonders wenn das nächste Zähneputzen noch eine Weile auf sich warten lässt! Beide Faktoren erhöhen die Kariogenität.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass v.a. kohlenhydrathaltige Lebensmittel und hier solche, die überwiegend "einfache" Kohlenhydrate (Mono- und Disaccharide) enthalten, für die Entstehung einer Karies verantwortlich sind.

Näheres zum Thema Kohlenhydrate und andere Nährstoffe erfahren Sie auf unseren Seiten über Allgemeine Ernährungsinformationen.

Die Rolle des Zuckers

Die Bakterien der Plaque nutzen Zucker zur Energiegewinnung und zwar nicht nur Haushaltszucker (Saccharose), sondern auch Glucose (Traubenzucker), Fruktose (Fruchtzucker) und Laktose (Milchzucker).

Die Bakterien vergären die Zucker, wobei organische Säuren entstehen, die, wie bereits oben beschrieben, die Zähne schädigen.

Von den oben aufgeführten Zuckern wird dem Haushaltszucker die größte Bedeutung bei der Kariesentstehung zugeschrieben. Zum einen wird er am häufigsten und meisten verzehrt (zuckerhaltige Speisen + Getränke !) und zum anderen mögen ihn die für die Karies verantwortlichen Bakterien der Gattung "Streptococcus mutans" besonders gerne.

Haushaltszucker (Saccharose) besitzt von allen "Zuckern" die höchste Kariogenität.

Versteckter Zucker

In zahlreichen, industriell verarbeiteten Lebensmitteln ist Zucker enthalten, hier meist in Form von Glucosesirup, Invertzucker oder in anderer Form.

Beispiele hierfür sind:

  • Senf, Ketchup, Saucen
  • Kakaogetränke
  • Marmelade/Nougatcreme
  • Süßigkeiten (Lakritzkonfekt, Bonbons, Schokolade etc.)
  • Müsliriegel

Bei vielen Produkten kann der Zuckergehalt vom Konsumenten nicht abgeschätzt werden. Häufig ist auf Lebensmitteln die Deklaration "ohne Zucker" zu finden. Zu beachten ist, dass sich dieser Vermerk lediglich auf die Saccharose, also den Haushaltszucker, bezieht. Zucker in anderer Form, z.B. Glucosesirup, Malzzucker oder Honig kann dieses Lebensmittel durchaus enthalten!

Auch "gesunde" Nahrungsmittel wie Bananen, Trockenfrüchte oder Müsliriegel enthalten reichlich Zucker oder andere zuckerähnliche Bestandteile wie Honig oder Glucosesirup und fördern die Kariesentstehung. Ihre Kariogenität wird durch ihre klebrige Konsistenz sogar noch verstärkt.

Zuckergehalt ausgewählter Nahrungsmittel

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Zuckergehalt (Fructose, Glucose, Galactose, Maltose, Lactose, Saccharose) je 100g Nahrungsmittel.

Nahrungsmittel Zuckergehalt in % Nahrungsmittel Zuckergehalt in %
Bonbons 95-98 Früchtebrot 39
Kaugummi (mit Zucker) 95 Biskuits 36
Pralinen 85 Lebkuchen 35
Krokant 81 Sorbet 32
Marshmellows 80 Müsliriegel 30
Sirup 79 Likör 29
Apfeldicksaft 77 Ketchup 23
Gummibonbons 75 Eiscreme 21
Honig 74 Banane 17
Kakaogetränkepulver 74 Pfirsiche (Konserve) 16
Schokolade 70 Traubensaft 15-16
Marmelade 69 Ananas (Konserve) 15
Sultaninen 67 Weintrauben 15
Trockenfrüchte 61 Äpfel 13
Marzipan 59 Süßkirschen 12
Nussnougatcreme 58 Apfelsaft 11
Lakritze 58 Colagetränke 11
Butterkekse 47 Milch 5
Preiselbeeren (Konserve) 45 Nüsse 3

Quelle: berechnet mit PRODI expert®

Tipp

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