Kinderernährung - Stillen und Beikost

Durchführung des Stillens

Vorbereitung

Die werdende Mutter sollte vom Arzt, der Hebamme oder der Krankenschwester über die Vorteile und die Durchführung des Stillens aufgeklärt werden. Etwa zehn Tage vor dem erwarteten Geburtstermin empfiehlt es sich, die Brüste durch Wechselbäder, Frottieren oder Bürstenmassagen auf das Stillen vorzubereiten.

Die Milchbildung setzt nach der Geburt ein, d.h. das Stillen kann bereits in den ersten Stunden beginnen. Am besten wird anfangs nicht zu festen Zeiten, sondern nur nach Bedarf des Kindes gestillt (self-demand-system). Voraussetzung hierfür ist die gemeinsame Unterbringung von Mutter und Kind (rooming-in) in der Klinik.

Durchführung

In den ersten Lebenstagen verlangt das Neugeborene oft sehr unregelmäßig nach der Brust. Meistens wird 5-6 x /Tag und auch ein- bis zweimal pro Nacht gestillt. Allerdings gibt es von Kind zu Kind große Unterschiede, so dass sich die Mutter keinesfalls nach einem starren Schema richten sollte.

Nach einer 6 bis 8wöchigen Eingewöhnungsphase stellt sich meist ein fester Stillrhythmus ein (6.00, 10.00, 14.00, 18.00, 22.00 Uhr), der der Mutter eine Nachtruhe von acht Stunden ermöglicht.

Das Stillen sollte immer in entspannter Atmosphäre stattfinden, denn Stress und Hektik beeinträchtigen nicht nur die Milchbildung, sondern übertragen sich auch auf das Kind und stören eine ruhige Nahrungsaufnahme. Es kann sowohl im Sitzen als auch im Liegen durchgeführt werden. Zu beachten ist, dass die Nasenatmung durch die anliegende Brust nicht eingeschränkt ist. Eine Mahlzeit sollte nicht länger als 15-20 Minuten dauern. Danach sollte die beim Stillen verschluckte Luft entweichen können ("Bäuerchen").

Genauere Informationen erhalten Sie über die Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen e.V. Karlsruhe oder die La Leche Liga München e.V.

Beikost

Allgemein

Der Ernährungsplan sollte relativ einfach sein und aus wenigen Lebensmitteln bestehen. Zum einen wird dadurch die Mutter entlastet, zum anderen reduziert sich das Allergierisiko des Kindes.

Ab dem 5. Monat kann bei der Zufütterung von Beikost zunächst eine Brustmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzt werden. Die Mutter kann dabei selbst entscheiden, ob sie die Speisen selbst zubereitet oder auf industrielle Säuglingsnahrung zurückgreift. Auf Grün- oder Blattgemüse sollte aufgrund des hohen Nitratgehaltes zunächst verzichtet werden (Gefahr der Blausucht). Die Zufütterung von Beikost sollte spätestens zum 7. Monat beginnen, da ab dem 6. Monat die Muttermilch aus ernährungsphysiologischen Gründen nicht mehr ausreicht.

Mit dem Durchbrechen der Schneidezähne (ca. 11.-12. Monat) können kleinere Mengen fester Kost, z.B. kleine Brotstücke, zugeführt werden.

5.-8.Monat

Ersatz einer Muttermilchmahlzeit durch einen Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (ohne zusalzen!) mit Fettzusatz.

Beispiel: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
selbst hergestellt industrielle Produkte
90-100 g Gemüse (z.B. Karotten)
40-60 g Kartoffeln
30-45 g Obstsaft
8-10 g Rapsöl
20-30 g Fleisch (mager)
Baby-/Junior-Menü im Gläschen

Quelle: Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr, Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)

6. Monat

Ersatz einer weiteren Brustmahlzeit durch Milchbrei mit Getreide, dem Obstsaft beigefügt wird, der durch seinen Vitamin C-Gehalt die Resorption von Eisen verbessert. Die Rezeptur für die Gemüsemahlzeit ändert sich nur wenig (eventuell andere Gemüsesorten etc.).

Beispiel: Vollmilch-Getreide-Brei
selbst hergestellt industrielle Produkte
200 g Vollmilch oder Säuglingsmilch
20 g Getreideflocken
20 g Obstsaft, -püree
(z.B. Orangensaft)
Milchfertigbrei, Abendbrei im Gläschen oder als Trockenprodukt

Quelle: Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr, Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)

Aufgrund des hohen Allergierisikos durch Kuhmilch ist es sinnvoll, auf diese möglichst im ersten Lebensjahr zu verzichten und auf adaptierte (neue Kennzeichnung mit Silbe "Pre") bzw. teiladaptierte (neue Kennzeichnung mit Ziffer 1) Säuglingsnahrung zurückzugreifen. Die Zusammensetzung der adaptierten Säuglingsnahrung entspricht der Zusammensetzung der Muttermilch. Die Zusammensetzung der teiladaptierten Säuglingsnahrung enthält neben Lactose auch noch ander Kohlenhydrate, die in der Muttermilch nicht enthalten sind, wie z.B Stärke, Maltose, Saccharose.

7.-9. Monat

Ersatz einer weiteren Muttermilchmahlzeit durch einen milchfreien Getreide-Obst-Brei mit Fettzusatz.

Beispiel: Getreide-Obst-Brei
selbst hergestellt industrielle Produkte
20 g Getreideflocken
90 g Wasser
100 g Obstpüree oder -saft
5 g Rapsöl
Getreide-Obst-Brei im Gläschen

Quelle: Ernährungsplan für das 1. Lebensjahr, Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE)

10.-12. Monat

Die 4 gleichwertigen Säuglingsmahlzeiten gehen über in 3 Hauptmahlzeiten und 2 Zwischenmahlzeiten, um eine Annäherung an eine normale Kost zu erreichen.

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Literatur