Kinderernährung - Vergleich von Mutter- und Kuhmilch
Unterschiede zwischen Mutter- und Kuhmilch
Energie
Der Energiegehalt von Frauen- und Kuhmilch unterscheidet sich nicht.
Eiweiß
Kuhmilch enthält dreimal soviel Eiweiß wie Frauenmilch. Die Niere des Säuglings ist nicht in der Lage, überschüssiges Eiweiß auszuscheiden. Wird Kuhmilch unverdünnt zugeführt, kann es zu Beeinträchtigungen der Nierenfunktion führen.
Kuhmilch enthält einen höheren Anteil an Casein, das schlechter verdaulich ist. Das besser verdauliche Lactalbumin kommt hauptsächlich in der Muttermilch vor.
Muttermilch ist besonders in den ersten Tagen nach der Geburt reich an Immunglobulinen. Diese überstehen den Magen-Darm-Trakt und entfalten im Darm ihre Schutzfunktion gegenüber pathogenen (krankheitserregenden) Keimen.
Kohlenhydrate
Frauenmilch enthält neben Lactose (Milchzucker) mindestens 25 weitere Kohlenhydrate. Hier ist vor allem der sogenannte Bifidus-Faktor zu nennen. Dies ist ein stickstoffhaltiges Kohlenhydrat, das bestimmten Darmbakterien (Lactobacillus bifidus) als Nährstoff dient. Die Bakterien bilden daraus Milchsäure, was zu einem Abfall des pH-Wertes im Darm führt und dadurch das Wachstum pathogener Mikroorganismen hemmt.
Fett
Während der Anteil kurzkettiger Fettsäuren bei Kuhmilch überwiegt, besitzt die Frauenmilch einen hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren (Linolsäure). Weiterhin enthält sie ein fettspaltendes Enzym (Lipase), mit dessen Hilfe die Fettverdauung bereits im Magen beginnt.
Mineralstoffe
Der Mineralstoffgehalt der Kuhmilch liegt viel höher als bei Frauenmilch. Säuglinge können überschüssige Mineralstoffe nicht ausscheiden, was zu einer Anhäufung im Körper führt. Der besonders hohe Calciumgehalt der Kuhmilch kann zur Bildung unlöslicher Kalkseifen mit freier Palmitinsäure führen. Dies begünstigt die Entstehung von Fettstühlen und hemmt die Calciumresorption.
Vitamine
Sowohl Kuhmilch als auch Muttermilch sind relativ arm an Vitamin D, weshalb eine zusätzliche Gabe von 500 IE/Tag dieses Vitamins zur Prophylaxe der Vitamin D-Mangelkrankheit Rachitis empfohlen wird.
Der Gehalt an wasserlöslichen Vitaminen ist stark vom Ernährungsstatus der Mutter abhängig. Deshalb kommt einer vitaminreichen Kost während der Stillzeit eine besondere Bedeutung zu. Frauenmilch enthält zusätzlich die Vitamine A, E, C, wobei letzteres die Resorption des Eisens fördert.






