Kinderernährung / Stillen - Säuglingsmilch / Flaschenernährung

Ernährung mit Kuhmilch

Wenn Kuhmilch zur Säuglingsernährung herangezogen wird, muss sie aufgrund ihres hohen Protein- und Mineralstoffgehalts verdünnt werden. Dadurch sinken jedoch auch der Energie- und der Vitamingehalt. Dies erfordert eine zusätzliche Anreicherung der Milch mit speziellen Präparaten.

Zubereitung

  • ultrahocherhitzte Vollmilch verwenden (pasteurisierte Milch muss vorher abgekocht werden, Sterilmilch ist zu vitaminarm)
  • Trinkflasche und Sauger müssen abgekocht werden
  • in den ersten Wochen wird Halbmilch verwendet, d. h. Milch und abgekochtes Wasser im Verhältnis 50:50 unter Zugabe von:
    - 5 % Zucker (Saccharose oder Lactose)
    - 2 % Trockenschleim (Flocken aus verschiedenen Getreidearten; sinnvoll wäre ein Verzicht auf Weizen wegen Zöliakiegefahr)

Der Schleim bewirkt eine Ausflockung des Caseins und macht es somit leichter verdaulich!

Industrielle Säuglingsmilch

Moderne, industriell hergestellte Säuglingsmilch ist an die Bedürfnisse des Säuglings optimal angepasst, d. h. der Eiweißanteil wird reduziert und Casein durch das besser verdauliche Lactalbumin ersetzt. Der einzige Nachteil gegenüber der Muttermilch ist das Fehlen der Immunglobuline.

Die Säuglingsmilch zeichnet sich durch eine hohe Haltbarkeit aus. Man unterscheidet zwischen adaptierter Säuglingsmilch (optimal an Muttermilch angepasst, enthält als einzigstes Kohlenhydrat Lactose) und teiladaptierter Säuglingsmilch (enthält neben Lactose noch andere Kohlenhydrate).

Ausgangsstoffe der industriellen Säuglingsnahrung sind entsalztes Molkenproteinpulver, Lactose, Milchfett sowie pflanzliche Öle und synthetisch hergestellte Vitamine. Das verwendete Trinkwasser muss mikrobiologisch einwandfrei sein und darf maximal 50 mg Nitrat / l enthalten. Eine erhöhte Nitrataufnahme kann bei Säuglingen aufgrund eines Enzymmangels zur Blausucht (Methämoglobinämie) führen. Nicht jedes Leitungswasser erfüllt diese Kriterien. Gegebenenfalls muss auf Mineralwasser mit der Zusatzbezeichnung "zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignet" zurückgegriffen werden. Informationen über die Qualität Ihres Leitungswassers erhalten Sie bei den jeweiligen Wasserwerken.

Durchführung der Flaschenernährung

Auch hier richtet sich die Mahlzeitenhäufigkeit nach dem Bedarf des Kindes ("self-demand-system"). In der Regel pendelt sich der Appetit des Säuglings auf ca. fünf Mahlzeiten ein. Die erste Mahlzeit erfolgt wie beim Stillen etwa zwölf Stunden nach der Geburt.

Die Trinkmenge errechnet sich bis zum zehnten Lebenstag aus folgender Formel:

(Lebenstage-1) x 70 g

In den ersten sechs Wochen wird adaptierte Säuglingsnahrung verwendet, anschließend sollte auf teiladaptierte Säuglingsnahrung umgestellt werden, damit der Säugling durch angemessene Trinkmengen seinen Bedarf decken kann.

Bei der Verwendung von Kuhmilchzubereitungen sind ab der sechsten Woche Obst- und Gemüsesäfte zuzusetzen. Besonders geeignet ist Karottensaft, bei Orangensaft treten teilweise Hautrötungen auf.