Nierenerkrankungen - Praktische Tipps

Flüssigkeitszufuhr

Tipps zum leichteren Einhalten der limitierten Trinkmenge

  • Trinken nur bei wirklichem Durst, nicht aus bloßer Gewohnheit
  • Nährstoffhaltige Flüssigkeiten (erlaubte Säfte, Milchgetränke, Suppen) den "leeren" Getränken (Kaffee, Tee, Limonaden, Alkoholika) vorziehen
  • für Getränke und Suppen möglichst kleine Gläser und Tassen verwenden
  • häufiger Mundspülen mit Wasser, ohne das Wasser zu schlucken
  • häufigere kleine Mahlzeiten gleichmäßig über den Tag verteilt zu sich nehmen

Natriumarme Kost

Kräuter statt Salz

Eine zu hohe Natrium- bzw. Kochsalzzufuhr begünstigt Wassereinlagerungen (Ödeme) und hohen Blutdruck. Dieser Tatsache wird durch eine entsprechende natriumarme Diät Rechnung getragen. Hierbei wird die Natriumzufuhr auf < 2,4g /Tag bzw. die Kochsalzzufuhr auf 5-6g /Tag reduziert. Eine solche Natriumeinschränkung kann in der Regel eingehalten werden durch Verwendung von frischen Kräutern anstelle von Salz und der Empfehlung, bei Tisch nicht zuzusalzen. Außerdem sollten anstelle von industriell hergestellten Produkten (Fertigprodukte, Konserven), die in der Regel sehr salzhaltig sind, bevorzugt frische Lebensmittel verwendet werden.

Weitere Tipps zur kochsalzarmen Ernährung finden Sie auf unseren Bluthochdruckseiten!

Phosphorarme Kost

Bei chronischer Niereninsuffizienz ist eine Begrenzung der Phosphataufnahme auf etwa 1-1,2g Phosphor/Tag notwendig.

Reicht jedoch die diätetische Phosphatsenkung nicht aus (v.a. bei eiweißreichen Dialysediät), sollten zusätzlich Phosphatbinder gegeben werden (z.B. Antiphosphat, Calciumacetat). Durch die Phosphatbinder werden allerdings nur 2000mg in der Woche aus dem Körper entfernt. Phosphat wird dem Körper in erster Linie durch Fleisch und Wurstwaren, aber auch durch Brot bzw. Getreide und Käse zugeführt.

Einzuschränken sind folgende phosphatreiche Lebensmittel:

Lebensmittel Phosphatgehalt [mg/100g]
Milch und Milchprodukte:
Milch, 3,5% 92
Milchpulver 720
verschiedene Käsesorten, z.B.  
Camembert (30% Fett i.Tr.) 540
Edamer (30% Fett i.Tr.) 570
Emmentaler (45% Fett i.Tr.) 636
Parmesan 840
Schmelzkäse (45% Fett i.Tr.) 944
Fleisch und Fisch:
Rinderbrust 173
Schweinekotelett 150
Truthahn 238
Heilbutt 300
Getreideprodukte:
Weizenkleie 1240
Haferflocken 391
Knäckebrot 318
Getränke:
Bier, z.B. Pils hell 32
Colagetränke 6
Sonstiges:
Hühnereigelb 590
Nüsse, z.B. Paranüsse 674
Mandeln 454
Pilze, z.B. Steinpilze getrocknet 642
Kakaopulver schwach entölt 656
Schokolade 242

Kaliumarme Kost

Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz ist eine Begrenzung der Kaliumaufnahme auf etwa 2g Kalium/Tag notwendig.

Kaliumgehalt einiger Lebensmittel

Weitgehend zu vermeiden sind:

Lebensmittel Kalium-Gehalt [mg/100g]
Vollkornerzeugnisse, z.B.
Vollkornbrot 290
Vollkornnudeln 390
Getreidemischung Flocken 335
Weizen Vollkorn 381
Buchweizen Vollkorn 400
Müsli 421
Gerste Vollkorn 444
Roggen Vollkorn 510
Weizenkeime 837
Weizenkleie 1390
Fleisch und Fisch:
Sehr mageres Fleisch, z.B. Rinderfilet 338
Truthahn 300
Innereien, z.B. vom Schwein 311
vom Rind 282
Fisch, z.B. Forelle 413
Kaliumreiches Gemüse ( > 300mg K/ 100g):
Bohnen weiß gekocht 455
Fenchel 494
Feldsalat 420
Grüne Bohnen trocken 1770
Hülsenfrüchte 248
Kartoffeln 411
Küchenkräuter 633
Linsen trocken 837
Meerrettich 554
Pfifferlinge 507
Pilze frisch 422
Pommes frites 926
Rettich 322
Rosenkohl 387
Schwarzwurzel 320
Spinat 633
Kaliumreiches Obst ( > 300mg K/ 100g):
Avocado 503
Banane 393
Datteln 648
Feigen 850
Johannisbeere schwarz 310
Passionsfrucht 349
Trockenobst 1000-1650
Sonstiges:
Kochsalzersatzpräparate  
Kaliumreiche Mineralwässer  
Kondensmilch (7,5% Fett) 322
Nüsse 660
Obst- und Gemüsesäfte, z.B. Orangensaft ungesüßt 172
Rote-Rüben-Saft 242
Schokolade, Kakao 471
Tomatenketchup 800
Tomatenmark 1150

In beschränkter Menge möglich sind:

Lebensmittel Kalium-Gehalt [mg/100g]
Milchprodukte
Magere Käsesorten, z.B. Gouda 100
Speisequark, mager 95
Geflügel gegart 255
kaliumarmes Gemüse (< 300 mg K/ 100g):
Artischocken 353
Bleichsellerie 344
Blumenkohl 328
Brokkoli 373
Eisbergsalat 160
Endiviensalat 346
Gurke frisch 141
Kichererbse 53
Knollensellerie 321
Kohlrabi 380
Kopfsalat 224
Lauch 235
Mangold 376
Mohrrübe 290
Paprikafrüchte 177
Radieschen 255
Rotkohl 266
Sauerkraut 288
Sojasprossen 235
Spargel frisch 203
Tomate frisch 242
Wirsing 252
Zucchini 200
Zuckermais (Dose) 168
kaliumarmes Obst (< 300mgK /100g)
Ananas 173
Apfel 144
Birne 125
Brombeere 189
Erdbeere 145
Grapefruit 180
Guave 290
Himbeere 170
Kirsche süß 229
Mandarine 210
Mirabelle 230
Orange 177
Pfirsich 205
Rhabarber 270
Steinobst 176
Wassermelone 158
Zwetschge 240
Getränke:
Bier alkoholfrei 40
Kaffee 66
Wein 105

Ohne Beschränkung möglich sind:

Lebensmittel Kalium-Gehalt [mg/100g]
Getreideprodukte, Teigwaren:
Eierteigwaren (Nudeln) 164
Feingebäck (außer Obstkuchen) 83
Hirse 43
Reis geschält 103
Weißbrot 168
Fette:
Butter 16
Margarine 7
Pflanzenöle 1
Getränke:
Malzkaffee 24
Kräutertee 9
kaliumarme Mineralwässer (<5mg K/ l)  
Sonstiges:
Eier 150
Honig 47
Zucker 2
Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe 0

Eine Kaliumreduktion kann sowohl durch eine gezielte Nahrungsmittelauswahl als auch durch die Zubereitung der Speisen erreicht werden.

Kaliumreduktion

Der Kaliumgehalt von Kartoffeln und Gemüse kann beispielsweise durch "Wässern" um bis zu 2/3 des Ausgangswertes gesenkt werden. Dazu werden die geschälten und kleingeschnittenen Kartoffeln oder das Gemüse über Nacht in der zehnfachen Wassermenge gewässert. Zum Kochen wird frisches Wasser verwendet, wobei das Kochwasser anschließend verworfen wird.

Alle Garmethoden, bei denen wenig Wasser verwendet wird (z.B. Schnellkochtopf), sind für die kaliumarme Ernährung nicht geeignet, da kaum Kaliumverluste auftreten.

Suche

Literatur